Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
L. Marchand: Le goût. Bibliothèque internationale de psychologie expérimentale, normale et pathologique. Paris, O. Doin. 1903. 32 Fig. 328 S.
Person:
Nagel, W. A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32599/1/
lÀteraturberich t. 
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eindringt. Di© Schnelligkeit, mit der die Nadel eindringt, und der Druck, 
den man dabei ausüben mufs, spielen im Vergleich zur Tief© des Ein¬ 
dringens eine so unbedeutende Rolle, dafa die beiden Faktoren aufser 
Betracht gelassen werden können. Verf. hat nun absolute Werte fest 
gestellt, welche als Grenzwerte für das Auftreten der Schmerzempfindlichkeit 
gelten können. Letztere steht in keinem Verhältnis zum Tastgefühl der 
betr. Stelle. Zwischen Alter und Schmerzempfindlichkeit bestehen keine 
regelinäfeigen Beziehungen. Die Dicke der Epidermis scheint keine grofse 
Bedeutung für die Algesie zu haben. Die Schmerzempfindlichkeit vom 
ganzen Körper schwankt innerhalb sehr grofser Grenzen, zwischen 0,16 nnd 
1,5 mm. Die gröfste Schmerzempfindlichkeit fand Verf. an der Stirn nahe 
der Haargrenze, an der Volarseite des Handgelenks, an der Innenseite der 
Oberschenkel, —■ die kleinste an der Haut der Ferse, des Penis und der 
Glans, am vorderen Hals, an der Volarseite der Daumen. Umpfbnbach, 
L. Marchand. Le gitt. Bibliothèque internationale de psychologie expérimen¬ 
tale, normale et pathologique, Paris, 0. Doin. 1903. 32 Fig. 328 S. 
Der Herausgeber der internationalen Bibliothek für Experimental 
psychologie, Toulouse, hat ein© Reihe bekannter und geschätzter Autoren 
zur Mitarbeit gewonnen, wie die Anzeige der schon erschienenen und in 
Vorbereitung befindlichen Bänd© zeigt. Es sind insgesamt 60 Bände im 
Aussicht genommen, die Mitarbeiter ganz überwiegend Franzosen, nächst- 
dem Italiener, Belgier, einige Russen, Amerikaner etc., kein Deutscher. 
Der vorliegend© Band von Marchand füllt insofern ein© literarische 
Lücke aus, als ©ine gut© neuere Bearbeitung der Physiologie des Geschmacks¬ 
sinnes in gröfserem Umfange bisher fehlt. Der Autor hat ©in reiches Tat¬ 
sachenmaterial zusammengetragen und geschickt verarbeitet. Auch die 
aufserfranzösiache Literatur hat er, wie es scheint, mit Sorgfalt studiert. 
Über di© Bewertung des von den verschiedenen Autoren Gebotenen kann 
man wohl öfters anderer Meinung sein, als der Verf., bei dem namentlich 
die Untersuchungen der Herren Toulouse und Vaschide einen etwas breiteren 
Raum einnehmen, als ihrer Qualität entsprechen dürfte. Manche von 
diesen Angaben sind direkt falsch. 
Die Darstellung ist, wie das ja in französischen Büchern der Fall zu 
sein pflegt, elegant und gewandt, nur in einzelnen Abschnitten nicht ganz 
zweckmäfsig angelegt, so in dem Kapitel über di© Geschmacksnerven, wo 
die wechselnden Ansichten der verschiedenen Autoren mit etwas über¬ 
flüssiger Weitläufigkeit und nicht recht kritisch nebeneinander gestellt 
werden. Immerhin ist aber gerade dieser Abschnitt, der jedem. Darsteller 
Schwierigkeiten machen müfste wegen des verwickelten Tatsachenbestandes, 
mit Dank zu begrüfsen, da eine erhebliche Arbeit darin steckt, di© jeder 
auf diesem Gebiet© Arbeitende zu schätzen wissen wird. Interessant ist es 
zu sehen, wie der Autor, der ©inen Abschnitt über das kortikale Zentrum 
des Geschmackssinnes nicht missen wollte, hierüber 22 Seiten zu schreiben 
weifs, um zu sagen, dafs man eigentlich nichts darüber weifs. 
Besonders hervorgehoben seien die Abschnitte über Entwicklung und 
vergleichend© Anatomie des Geschmacksorganes, die, wenn sie auch nichts
        

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