Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
M. Wien: Über die Empfindlichkeit des menschlichen Ohres für Töne verschiedener Höhe. Pflügers Archiv 97, 1-57. 1903
Person:
Trendelenburg, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32595/1/
Literaturbericht 
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der normalen Substrate oder als Beimischung einer zur reagierenden 
Intensität proportionalen Miterregung eines selbständigen Restsubstrates. 
11. Die Annahme einer blofsen ErregbarkeitsVeränderung er¬ 
fordert für die farbigen Nachbilder unter Berücksichtigung des v. Khies- 
schen Satzes über die Unabhängigkeit der Farbengleichungen vom negativen 
Nachbilde di© Hilfshypothese einer (in neutraler Stimmung antagonistisch 
bis auf eine einzige Erregungsweise kompensierten) Ausbreitung jeder Reiz¬ 
wirkung über das gesamte Farbensubstrat im Rahmen einer Vierfarben- 
theorie, die hierzu am besten als einfachster Spezialfall der WuNDTschen 
Periodizitätstheorie gedacht wird. Sie ist zugleich die einfachste Erklärung 
aller Helligkeitsnachbilder, auch zusammen mit einer etwaigen 
anderen Erklärung der farbigen Nachbilder. 
12. Di© Beimischungshypothese verlangt die Annahme der zur 
Reizintensität proportionalen Erregung eines sekundären Substrates in der 
ihm spezifischen Qualität der Nachbildfarbe durch alle beliebigen Reize. 
Wollte man sie auch für di© Helligkeitsnachbilder verwenden, so erforderte 
sie wegen der zur reagierenden Helligkeit proportionalen Verdunkelung 
besondere Hilfsannahmen. Die Beimischungshypothese kann vorläufig am 
leichtesten mit irgend einer allgemeinen Farbentheorie in Einklang gebracht 
werden.“ Küssow (Turin). 
M. Wien. Über die Empfindlichkeit des menschlichen Ihres für Tine wer* 
schleiener Ulli. Pftüger§ Archiv 17, 1—57. 1903. 
Um die Abhängigkeit der Empfindlichkeit des Ohres von der Tonhöhe 
festzustellen, wurde die Methode der Reizschwellenbestimmung gewählt, 
bei welcher die Empfindlichkeit umgekehrt proportional der Tonintensität 
gesetzt wird, welche eine eben noch merkliche Empfindung im Ohr 
erzeugt. 
I. Die Tonintensität wurde am Ohr gemessen. Für ein luftdicht an das 
Ohr gedrücktes Telephon ist unter bestimmten Voraussetzungen die Ton¬ 
intensität proportional dem Quadrat der Stromamplitude, di© Empfindlich¬ 
keit des Ohres also umgekehrt proportional dem Quadrat des Minimal- 
Stroms, der den Schwellenton erzeugt. Zur Erzeugung von Sinusströmen 
diente ein Sinusinduktor sowie Wechselstromsirenen. Der besseren Über¬ 
sicht wegen wurden nicht di© reziproken Wert© der Tonintensität, sondern 
ihre Bmooschen Logarithmen (in Anlehnung an das FechnebscIi© Gesetz) 
zur Darstellung der Empfindlichkeit verwendet. Da Messungen der 
Schwingungsamplitude am BELLschen Telephon ergaben, dafs di© Telephon- 
auBSchlftg© der Theorie entsprechend nur bis in die Nähe des ersten Eigen- 
tons der Platte unabhängig von der Schwingungszahl sind, wurden di© 
Untersuchungen an 4 verschiedenen Telephonplatten von verschiedener 
Höhe des tiefsten Eigentons ausgeführt. Di© erhaltenen Kurven stimmen, 
wenn nur di© Strecken bis in di© Nähe des Eigentone berücksichtigt 
werden, gut überein. 
iL In einer zweiten Versuchsreihe wurde nach einer im Anhang ge¬ 
gebenen Entwicklung die Tonintensität berechnet, welche die Telephon- 
platte in einer Entfernung von 30 cm, in welcher sich das Ohr befand, er-
        

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