Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
K. Marbe: Tatsachen und Theorien des Talbotschen Gesetzes. Pflügers Archiv 97, 335-393. 1903. (Vgl. "Berichtigung" ebenda S. 641.) / G. Martius: Das Talbotsche Gesetz und die Dauer der Lichtempfindungen. Pflügers Archiv 99, 95-115. 1903 / K. Marbe: Bemerkungen zu einem Aufsatz von G. Martius. Pflügers Archiv 100, 487-494. 1903
Person:
Trendelenburg, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32592/1/
Liter atmbericht. 
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«einer Arbeiten über die Kurzsichtigkeit und deren Entstehung. Er unter¬ 
scheidet streng die unter dem Einflüsse der Nahearbeit eich entwickelnde 
Kurzsichtigkeit von der pathologischen, welche er als eine hydropische De¬ 
generation des Auges bezeichnet und die betreffs ihrer Entstehung nichts 
mit der Nahearbeit zu tun hat. Die erster« führt er als keine Krankheit 
auf, solera als eine Formveränderung des Augapfels, die durch Wachstum 
unter dem. Drucke der beim Lesen und Schreiben sich kontrahierenden 
Augenmuskeln 'bedingt ist. Der Muskeldruck wird besonders durch den 
oberen schrägen Augenmuskel ausgeübt ; je tiefer di© Trochlea, durch welche 
die zum, Augapfel laufende Sehne des Muskels tritt, um. so stärker der 
Druck. Da nun bei niedriger Augenhöhle auch die Trochlea tief liegt, so 
■wird im allgemeinen bei niedriger Augenhöhle der obere schräge Muskel 
auf den Augapfel, im Sinne einer myopischen Verlängerung drücken. Dieser 
«einer Theorie vom Zusammenhänge der Schädelbasis mit der Kurzsichtig¬ 
keit und den. gegen dieselbe erhobenen Einwänden widmet St. ©ine aus¬ 
führlich© Betrachtung, di© ihn zu dem Schlüsse führt, daß in der Tat di© 
Augenhöhle der Kurzsichtigen, im Durchschnitte ©ine niedrige sei. 
ln diesem anatomischen Zusammenhänge liegt die Anlage zur Schul¬ 
kurzsichtigkeit, von deren Unschädlichkeit im Gegensätze zur deletären, 
durch Inzucht entstandenen Verl überzeugt ist; bei fehlender Anlage tritt 
auch unter ungünstigen äufseren Verhältnissen keine Kurzsichtigkeit ein, 
während bei vorhandener Anlage auch günstige äufsere Umstände beim 
Lesen und Schreiben die Entstehung nicht verhindern können. Trotz des 
Widerspruches, den diese Ansichten von Cohn u. a, erfahren haben, nähern 
sich St. und sein© Gegner doch in ihren praktischen Forderungen: „auch 
St. gibt zu, dafs ceteris paribus unter ungünstigen hygienischen Verhält¬ 
nissen, mehr Menschen kurzsichtig werden als unter günstigen“, er warnt 
nur vor einer übertriebenen Beunruhigung wegen eines relativ „kleinen 
Nachteils14. G. Abelsdobff (Berlin). 
K. Mubi. Tatsachen ili Theorien des Talbotschen fiesetlii. Pflügers Archiv W, 
33l>—393. 1903. (Vgl. „Berichtigung“ ebenda S. 641.) 
G. Mabttos. las Tillotsehi Guets und ii® later der Llchtempflndiingeu. 
Pflügers Archiv ü, 95—115. 1903. 
K, Maure. Bemerkungen su einem ilfiltl fin G. Martins. Pflügers Archiv 100, 
487—494. 1903. 
Erster© Arbeit führt zunächst die Tatsachen des TALBOTSchen 
Satzes an. Di© bei sukzessiv und. periodisch die Netzhaut treffenden 
Beizen bei der kritischen Periodendauer ©intretende konstante Empfindung 
ist identisch mit derjenigen, welche vorhanden wäre, wenn das während 
einer Periode wirkende Licht gleichmäßig auf di© Dauer der ganzen Periode 
verteilt wäre. Das Entstehen der konstanten Empfindung wird begünstigt 
durch 1. Verminderung der Relidauern, 2. Vergrößerung des Unterschiede der 
Beizdauern, 3. Verminderung des Unterschieds der Reizintensitfttee, 4. Ver¬ 
minderung der Anzahl, der während einer Periode wirkenden Reiz© bei 
gleichbl abender Reizdauer, 6. Verstärkung der mittleren Lichtintensität, 
d, h. der während eines Zeitelements durchschnittlich Ins Auge fallenden 
Lichtmenge. In, zweiter Linie werden als beeinflussend© Momente erwähnt;
        

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