Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Eduard Hitzig: Physiologische und klinische Untersuchungen über das Gehirn. Gesammelte Abhandlungen. Teil I: Untersuchungen über das Gehirn. Teil II: Alte und neue Untersuchungen über das Gehirn. Berlin, K. Hirschwald. 1904. 1046 S. mit 1 Taf. und 320 Abbild. im Text
Person:
Nagel, W. A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32586/3/
Litera turberickt. 
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namentlich deren unterste Abschnitte, sowohl von Anfang an weniger 
geschädigt erscheinen, als auch sich von ihrer Schädigung am schnellsten 
und in der Diagonalen von unten innen nach oben aufsen wieder er¬ 
holen, Verf. schliefet hieraus erstens, dafs die Bedeutung der Retina für 
das Sehen des Hundes in der Richtung jener Diagonale nach den unteren 
und nasalen Teilen des Gesichtsfeldes an an wichst und zweitens, dafs die 
einzelnen Segment© der Retina entsprechend dieser ihrer verschiedenen 
Wichtigkeit für die Existenzbedingungen des Hundes mit verschiedener 
Mächtigkeit in den einzelnen Segmenten der Sehsph&re vertreten sind, 
Verf. bringt diese Bevorzugung der unteren und nasalen Gesichtsfeldab- 
schnitte heim Hunde mit den. Aufeuchen der Nahrung mit Hilfe der Nase 
in Zusammenhang. Die Makula, die auch beim Hunde die Stelle des 
schärfsten Sehens ist, partizipiert, wenn auch nicht in erster Linie, an der 
Bevorzugung dieses Teiles des Gesichtsfeldes (hat der Hund Überhaupt 
eine Makula? mir ist dafttr kein. Beweis bekannt ! Reh). 
Den Gegensatz gegen Münk, für den. schon, der Anfang alles 
Sehens, die Lichtempfindung, eine Funktion des Grofshiras ist, formuliert 
H. zum Schlüsse in folgendem Satze: „Für mich besteht der Anfang 
alle« Sehens in der Erzeugung des fertigen optischen Bildes in der Retina, 
die Fortsetzung des Sehens in der Kombination dieses optischen Bildes 
mit motorischen, vielleicht auch nach anderen Innervationsgefühlen zu 
Vorstellungen, niederer Ordnung in den infrakortikalen Zentren und die 
höchste, an di© Existenz eines Kortex gebundene Entwicklung des Sehens 
in der Apperzeption dieser Vorstellungen niederer Ordnung und ihrer 
Assoziation mit Vorstellungen und Gefühlen (Gefühlsvorstellungen) anderer 
Herkunft.“ W. Ä. Nagel. 
Madtzzb. EttiwechMlsflitem Iler den llaflifs geistiger Tätigkeit ui pretra- 
Mertea WftChOftS. Monatmehr. f. Psychiat. u. Xeurol. M (6), 442—449. 1903, 
Durch diese neuen. Versuche findet M. seine frühere Behauptung be¬ 
stätigt, dafs die geistige Arbeit einen Einfiefs auf die Ausscheidung be¬ 
stimmter Harnbestandteile besitzt. Die Stickstoffausscheidung wird ver¬ 
mehrt, die Phosphorsäureausscheidung verringert. Dies ist bedingt nicht 
durch eine Stoffwechseländerung des Cerebrums unmittelbar, sondern durch 
den Einfiufa des Gehirns auf den Stoffwechsel des ganzen Organismus. 
Eine Stickstoffmehrausscheidung findet auch statt durch Hinausschieben 
des Schlafes. In dem dann folgenden Schlaf wird weniger Stickstoff' und 
Phosphorsäure ausgeschieden .als unter gewöhnlichen Bedingungen. M. 
«eMiefet daraus, dafs die Rolle der Nacht nicht mit der Schonung der 
Stoffe und dem. Neuaufbau erschöpft ist; sie hat vielmehr die weitere 
Aufgabe, den Körper vor Retention gewisser Stoffe zu bewahren und ihm 
zu ermöglichen, sich vor beginnender Ansammlung zu befreien, üm- 
pkehrt mufs man aus dem kongruenten Verhalten der Kurve bei geistiger 
Tätigkeit und bei protrahiertem Wachen annehmen, dafs wir es auch dort 
mit einer Ermüdungskurve zu tun haben. Umpfenbach.
        

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