Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
R. S. Woodworth: On the Voluntary Control of the Force of Movement. Psychol. Review 8 (4), 350-359. 1901
Person:
Meyer, Max
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32573/1/
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jLiteraturbericht. 
dais es zur Lösung des Problems nichts beitragen kann. Eine solche 
Analyse eines an sich gleichgültigen Satzes klingt pedantisch, aber man 
versuche, einen wesentlicheren, z. B. den von mir nach S. 201 angeführten 
Passus zu analysiren, was ich mir des Raumes wegen versagen mufs, und 
man wird sogleich erkennen, wie in den Falten des sprachlichen Schwulstes 
die Unklarheiten des Gedankens sich verstecken. 
Es ist bedauerlich, dafs eine Arbeit, die augenscheinlich echt philoso¬ 
phischem Streben ihren Ursprung verdankt und die den für die behandelten 
Probleme richtigen Ausgangspunkt wählt, durch diesen Mangel jeder 
logischen und sprachlichen Disciplin für den Leser nahezu werthlos ge¬ 
worden ist. Vielleicht gelingt es dem Verf., sich zu gröfserer Klarheit der 
Begriffe hindurchzuarbeiten. Eine sorgfältige Prüfung seiner einzelnen 
Sätze auf die Genauigkeit und Richtigkeit ihres Ausdrucks hin wird ihm 
auf diesem Wege gute Dienste leisten können. Cohn (Freiburg i. BO. 
Coupin. Le sentiment de la mort chez les animanx. Revue scientifique 14 (25), 
780—784. 1900. 
Verf. führt eine grofse Anzahl von Beobachtungen aus dem Leben der 
Thiere an, um zu beweisen, dafs auch die Thiere deutlich die Kenntnifs 
vom Tode haben, was gemeinhin bestritten wird. 
Schon die Thatsache, dafs viele Raubthiere sich nur von todten Thieren 
nähren, beweist, dafs diese Thiere todte Thiere von lebenden unterscheiden 
können. Einen breiten Raum der Abhandlung nimmt die Schilderung vom 
Leben in den Bienen- und Ameisenstaaten ein. Die oft erzählte merk¬ 
würdige Beobachtung, dafs Ameisen Kirchhöfe für ihre gefallenen Nest¬ 
genossen anlegen und diese dort begraben, spricht ja ebenfalls für die 
Behauptung des Verf’s. Moskiewicz (Breslau). 
R, S. Woodworth. On the Voluntary Control of the Force of Movement. 
Psychol. Review 8 (4), 350—359. 1901. 
Der Verf. stellt die Frage, ob die lebendige Kraft eines Faustschlages 
von dem Ausführenden direct abgeschätzt werden kann, oder nur ver¬ 
mittelst Schätzung der Weite des Ausholens. Er machte eine Reihe von 
Versuchen mit Hülfe eines Apparats, der die beiden in Frage kommenden 
Gröfsen, Kraft und Ausdehnung der vorgängigen Bewegung, auf einer 
Trommel registrirte. Es ist von vorneherein klar, dafs grofse Unter¬ 
schiede der Kraft mit Unterschieden der Ausdehnung zusammenfallen 
müssen, da ein starker Schlag unmöglich ist ohne weit auszuholen, und 
da es sehr unbequem ist, weit auszuholen, um einen schwachen Schlag 
auszuführen. Es ist jedoch möglich, abwechselnd stark und schwach zu 
schlagen, ohne die Weite des Ausholens zu ändern. Es besteht eine ge¬ 
wisse Abhängigkeit der Kraft von der Ausdehnung der Bewegung, aber 
diese Abhängigkeit ist nicht sehr regelmäfsig, da die Kraft durch andere 
Factoren mitbestimmt wird und vermittelst dieser anderen Factoren abge 
schätzt werden kann. Max Meyer (Columbia, Missouri).
        

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