Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beyer: Athemreflexe auf Olfactoriusreize. Archiv für Physiologie (3 u. 4), 261-275. 1901
Person:
Moskiewicz
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32565/1/
Literaturbericht. 
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des Pantokymographions für feinste Zeitmessungen erwiesen wurde, ging 
Verf. dazu über, die Geschwindigkeit der Erregungsleitung in der Frosch¬ 
hornhaut zu messen. 
Es ergab sich, dafs die Fortpflanzungsgeschwindigkeit in diesen mark¬ 
losen Nervenfasern keine geringere ist, als in den markhaltigen grofsen 
Nervenstämmen. Diese Resultate sind deshalb von Wichtigkeit, weil sie 
die Unhaltbarkeit der neurogenen Theorie der Peristaltik darthun, welche 
die Thatsache, dafs in ganglienfreien Muskeln die Geschwindigkeit der 
motorischen Erregung sehr gering ist, durch die Annahme erklären will, 
dafs marklose Nerven um vieles langsamer leiten als markhaltige. Obige 
Versuche widerlegen diese Annahme. 
Eine letzte Versuchsreihe untersuchte schliefslich die Fortpflanzungs¬ 
geschwindigkeit des N. ischiadicus an mehreren Stellen seines Verlaufes. 
Es fanden sich die Resultate R. du Bois Reymond’s, dafs die Fortpflanzungs¬ 
geschwindigkeit überall die gleiche ist, völlig bestätigt. 
Moskiewicz (Breslau). 
Beyeb. Athemreflexe auf Olfactoriusreize. r Archiv für Physiologie (3 u. 4), 
261-275. 1901 
Während man bisher der Ansicht war, dafs die Einwirkung gewisser 
Riechstoffe auf Athmung und Kreislauf durch Vermittelung des Trigeminus 
stattfinde, sucht Verf. in vorliegenden Experimenten zu zeigen, dafs auch 
der Olfactorius im Stande ist, Reize von der Nasenschleimhaut zu den 
Respirations- und Circulationscentren zu leiten. 
Die Methode war folgende: 
Den zu verwendenden Kaninchen wurde die mit den betreffenden 
Stoffen befeuchteten Schwämme oder Wattetampons vorgehalten und der 
Athemrhythmus beobachtet, sowie Athmungscurven mit Hülfe der Marey’ 
sehen Methode durch Luftübertragung aufgezeichnet. Der Blutdruck wu-rde 
mit dem GADLOWE’schen Blutwellenzeichner registrirt. 
Um nun festzustellen, ob der N. olfactorius dieselbe Function hat, 
wde der N. trigeminus, mufsten dem Kaninchen nacheinander beide Nerven¬ 
paare durchschnitten werden. 
Auf diese Weise wurden die verschiedensten Riechstoffe untersucht 
(ätherische, aromatische, balsamische). Alle diese Riechstoffe riefen bei 
ihrer Einwirkung auf die Nasenschleimhaut eine Aenderung des Respirations¬ 
typus hervor und zwTar vom Schnüffeln mit beschleunigten Inspirations- 
bewTegungen, Verlangsamung der Athemfrequenz bis zum exspiratorischen 
Stillstand. Auch der Blutdruck war verändert. 
Es zeigte sich, dafs dieselben Erscheinungen auch dann auftraten, 
wenn bei durchschnittenen Trigemini die N. olfactoris erhalten waren, 
woraus mit Sicherheit hervorgeht, dafs auch auf der Bahn des Olfactorius 
durch Riechstoffe Athemreflexe hervorgerufen wrerden können. 
Moskiewicz (Breslau).
        

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