Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Elschnig, A.: Über Gesichtstäuschungen. Wien 1903, 26 S.
Person:
Abelsdorff, G.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32528/1/
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Literaluri/ericht. 
und zUm Schlufs auf verschiedene Formen der Abfiufsbehinderung auf¬ 
merksam gemacht, im besonderen hervorgehoben, dafs nach der Tränensack- 
exstirpation beim ruhigen Sitzen im Zimmer wegen der geringen Menge 
abgesonderter Tränen ein Tränenträufeln nicht empfunden wird. Erst wenn 
der Mechanismus der Tränenabfuhr durch Aufhören des Lidschlages wie 
bei Lähmung des Lidschliefsers (Orbicularis), gestört ist, kommt es zum 
Tränenträufeln. G. Abelsdobff. 
Elschkiq, A. Ober ^ukhUtiuchangen. Wien 1903, 26 S. 
Ki.sch.mus Darstellung gibt einen Vortrag wieder, in dem die häufigsten 
Gesichtstäuschungen in Wort und Bild in populärer Weise sehr anschau¬ 
lich erläutert werden. G. Abemdohfp. 
Robbst Lach. Ober Sinei interessanten Spesialfall von „Audition colorée“. 
Sammelbände der internationalen Muaikgesellschaft IV., 689—607, 1903. 
Der an einem Musiker (Komponisten) beobachtete Fall von Farben¬ 
hören ist dadurch besonders bemerkenswert, dafs die Koordination der 
Photismen und Töne auf Grund von absolutem Tonbewufstsein erfolgt 
Die Intensität der Photismen wechselt mit der Lebhaftigkeit des absoluten 
Tonbewufstseins ; bei verstimmtem Klavier erscheint die der absoluten 
Tonhöhe, nicht die dem Tastenbilde entsprechende Farbe; Transponieren 
ist dadurch erschwert, dafs die durch das Notenbild ausgelösten Photismen 
die durch die Töne hervorgerufenen Farbenreihen stören. Die den einzelnen 
Tönen entsprechenden Farben werden durch Oktaventransposition nach 
der Höhe zu heller und ungesättigter, nach der Tiefe zu dunkler und ge¬ 
sättigter (was auch den sonst beobachteten Fällen von audition colorée 
entspricht). Chromatische Erhöhung ($) der Töne erzeugt Glanz (Glitzern), 
der sich über die Farbe des alterierten Tones lagert; chromatische Ver¬ 
tiefung (b) macht den Farbenton schmutzig-verwaschen. Gleichzeitig nähert 
sich die Farbennuance derjenigen des nächsten Tones der diatonischen 
Folge. Bei Intervallen, sowohl sukzessiven als simultanen, erzeugt der 
psychologisch ausgezeichnetere Ton die Grundfarbe, deren Nuance durch 
die Farbe des anderen Tones modifiziert wird. Zuweilen verschmelzen 
beide Farben zu einer Mischfarbe: z. B. f (hellblau) und h (gesättigtes 
Rot) zu violett. Ähnlich erscheinen bei Akkorden auf der Farbe des 
Haupttones als Hintergrund die anderen Töne als andersfarbig nuancierte 
Stellen. Bei sukzessive erklingenden Tönen (Melodien, arpeggierten Akkorde) 
tritt ebenfalls die durch die Tonalität bestimmte Farbe als Hintergrund 
auf, von dem sich aber die Farben der einzelnen Melodietöne als einzelne, 
vorbeiziehende Flecke scharf abheben. Beim Komponieren beeinflufst die 
auftauchende Farbenvorstellung die Wahl der Tonart Die Klangfarbe der 
Instrumente beeinflufst die Helligkeit, Sättigung und namentlich den Glanz 
der Farben. Obwohl auch bei Vokalen und Diphtongen Photismen auf- 
treten, ist doch die Assoziationshypothese zur Erklärung des Falles nicht 
brauchbar, da der Zusammenhang der Vokal- und Tonfarben nur sehr 
lose ist. 
Der Fall, der noch zahlreiche interessante Einzelheiten aufweist, darf 
als besonders zuverlässig gelten, da Verf. von früher Jugend an in ununter-
        

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