Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vergleichende Bestimmungen der Peripheriewerte des trichromatischen und des deuteranopischen Auges
Person:
Angier, Roswell P.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32521/1/
401 
(Aas der physikalischen Abteilung des physiologischen Instituts in Berlin.) 
Vergleichende Bestimmungen 
der Peripheriewerte des trichromatischen und des 
deuteranopischen Auges. 
Von 
Roswell P. Angier, Cambridge U. S. A. 
Farbiges Licht, das die äufserste Netzhautperipherie trifft, 
erscheint bekanntlich im allgemeinen farblos. Sehr leicht ist 
diese Tatsache am dunkeladaptierten Auge zu beobachten, am 
helladaptierten nur unter bestimmten Voraussetzungen, deren 
wichtigste die ist, dafs der Lichtreiz eine nicht zu grofse Netz¬ 
hautfläche trifft. Farbige Objekte, die unter einem Gesichts¬ 
winkel von nur wenigen Graden erscheinen, sehen für die 
äufserste Netzhautperipherie farblos aus. Verschiedene Farben 
unterscheiden sich demnach, mit diesem Teile der Netzhaut be¬ 
trachtet, nur durch ihre im allgemeinen verschiedene Helligkeit. 
Messende Untersuchungen über den relativen Helligkeitswert 
der verschiedenen Spektrallichter hat zuerst v. Kries ausgeführt; 
v. Kries bezeichnet die hierbei gefundenen Werte als „Peri¬ 
pheriewerte“.1 
Es stellte sich sogleich heraus, dafs diese Peripheriewerte 
von den durch v. Kries und Nagel * bestimmten „Dämmerungs¬ 
werten“ ganz erheblich abweichen, dafs m. a. W. die Verteilung der 
Reizwerte im Spektrum für die Netzhautperipherie eine wesent¬ 
lich verschiedene ist, je nachdem diese Netzhautpartie helladap¬ 
tiert oder dunkeladaptiert ist. Bei kurvenmäfsiger Darstellung 
liegt der Gipfel der Peripheriewertkurve des normalen Auges im 
reinen Gelb oder etwas orangewärts davon, der Gipfel der 
1 Diese Zeitschrift 15, 247. 
* Diese Zeitschrift 12, 1. 
Zeitschrift für Psychologie 87. 
26
        

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