Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
L. Loewenfeld: Über die geniale Geistestätigkeit, mit besonderer Berücksichtigung des Genies für bildende Kunst. Grenzfragen des Nerven- und Seelenlebens 21. 1903. 104 S.
Person:
Pelman
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32493/1/
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Litera turberickt. 
W. v. Bechterew, fiber krankhafte infit ran professionellem Chinktir. 
„Angst des Sakramenttngens“ bei Priestern. Zentralbl. f. Nervenheilk. *. 
Psychiatrie 2« (161), 381—384. 1903. 
Neben den pathologischen Angstzuständen allgemeiner Art gibt es 
noch solche professioneller Art, die aufs innigste mit den Bedingungen und 
Besonderheiten der speziellen Berufstätigkeit Zusammenhängen und ins¬ 
besondere dann auftreten, wenn an das Gefahl der Verantwortlichkeit 
grofse Anforderungen gestellt werden. Beim Priester gilt das vom Zeit¬ 
punkte des Sakramenttragens. Verf. sah mehrere Priester, die dann von 
einer sehr lebhaften Empfindung der Hilflosigkeit und Verlassenheit ge¬ 
quält wurden; nur mit Mühe konnten sie das Gefühl der inneren Unruhe 
hintanhalten. Weitere Störungen der Nerventätigkeit waren nicht nachiu- 
weisen. Das Leiden ist ziemlich hartnäckig und radikal heilbar nur durch 
Aufgeben der besonderen Berufstätigkeit. E. Schultzs (Bonn). 
L. Loewknfeld. fiber die geniale Selstestitlgkett, mit besonderer Beriet- 
slchtlgug des denies flr bildende Knut- Grenzfragen des. Nerven- und 
Seelenlebens 21. 1903. 104 S. 
Lobwehfeld möchte vom Standpunkte des ärztlichen Forschers aus 
durch eine Spezialuntersuchung etwas zur Lösung des Problems aber das 
Wesen des Genies beitragen. Seit Lombroso und durch ihn iBt die Auf¬ 
fassung in die Welt gekommen, dafs das Genie dem Gebiete der Pathologie 
angehöre, und wenn sich auch von vornherein alles in uns dagegen empörte 
und wir uns nicht entschliefsen können, in der höchsten Entfaltung des 
menschlichen Geistes eine Krankheit zu sehen, so liefsen doch die von 
dem italienischen Forscher vorgefßhrten Beweisstücke eine Nachprüfung 
wünschenswert erscheinen. Allerdings stellen sich einer jeden Untersuchung 
auf diesem Gebiete besondere Schwierigkeiten entgegen, an denen die Fest¬ 
setzung dessen, was wir eigentlich unter einem Genie verstehen, nicht die 
geringste ist. 
So viel dürfte sich wenigstens daraus ergeben, dafs die Aufstellung 
eines Universalgenies eine ideale Forderung ist, während es sich in Wirk¬ 
lichkeit nur um partielle Genies handeln kann, bei denen die Einschätzung 
des Genialen wesentlich voneinander abweicht. 
Loewknfeld beschränkt sich daher auf eine bestimmte Gruppe. Er 
hat 12 Maler und Bildhauer ausgewählt und sein Bemühen war darauf 
gerichtet, ein möglichst vollständiges Bild ihrer geistigen Persönlichkeit zu 
gewinnen und zu einer Entscheidung darüber zu gelangen, ob und wie 
weit eine Disharmonie in dem seelischen Verhalten der Betreffenden 
bestand, und ihre geniale Kraft einem gesunden oder krankhaften Zustande 
entspreche. 
Zunächst geht aus seinen eingehenden Untersuchungen hervor, dafs 
Lombboso vielfach zu seinen Schlüssen nicht berechtigt war, und sich die 
Angaben, denen er darin gefolgt ist, auch anders auffassen und deuten 
lassen. 
Jedenfalls gelangt Loewenfeld zu einer ganz verschiedenen und weit 
erfreulicheren Auffassung des Genies. Die geniale Geistestätigkeit tritt
        

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