Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
W. Alter: Über eine seltenere Form geistiger Störung. Monatsschr. f. Psych. u. Neurol. 14 (4), 246-270. 1903
Person:
Umpfenbach
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32489/1/
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Literaturbericht. 
:=1 
E. Mitkk. Ober tkate nad ehroaiiehe Alkoholpiychossi aad Iber die lüolefütbt 
Bedeitnig dee ehroalwhea llkoholalfibnvcbei bei der Katetehaag gdittger 
ItOrnagea tlberhaapt. Archiv f. Psychiatrie u. Nerverikrankk. 88 (2), 331—401. 
1904. 
Auf Grund von 17 Krankengeschichten beweist M., dafs der chronisch» 
Alkoholmilsbrauch an sich jeder Form geistiger Störung als ausschließliche 
Ursache zu dienen vermag, wenn er auch mit Vorliebe in bestimmten be¬ 
kannten Krankheitsformen (Del. tremens, Paranoia acuta, Eifersuchtswahn} 
seinen Ausdruck findet. Jedoch ist keineswegs jede bei einem Gewohn¬ 
heitstrinker entstandene Geistesstörung in diesem Sinne eine alkoholische. 
Wir können nur dann von alkoholischen Psychosen sprechen, wenn direkte 
Entwicklung aus der typischen Krankheitsform (Del. tremens, Alkohol- 
Paranoia) vorliegt, oder wenn wenigstens vielfache nervöse und psychische 
Störungen der Geistesstörung vorangegangen sind. Umpfkhbach. 
Fb. Kuuwblah. Ober die ak«ten Kommotloupijchozei, zugleich eie Beitrag m 
Ätiologie des Korsakowsches Symptomkemplexes. Archiv f. Psychiatrie*. 
Nervenkrankh. 88 (2), 402—438. 1904. 
Das anatomische Substrat der Commotio cerebri besteht in einer 
diffusen Gehirnalteration, einer ausgedehnten Veränderung der Geflfse 
und, es sei dahingestellt, ob primär oder sekundär bedingt, der nervösen 
und gliösen Elemente mit vorwiegender Beteiligung der Binde. Die eigent¬ 
lichen für das Auftreten der geistigen Störungen spezifischen Veränderungen 
sind bisher nicht bekannt. — Die unmittelbar und zeitlich untrennbar nach 
der Gehirnerschütterung, resp. dem auf dieselbe folgenden Corna auf- 
tretenden akuten geistigen Störungen bilden ätiologisch und klinisch eine 
einheitliche Gruppe, die sich vorwiegend durch qualitativ und quantitativ 
mannigfaltige Störungen des Gedächtnisses charakterisieren und ihrer Ei- 
und Intensität nach sehr verschiedenartig zur Ausbildung kommen können. 
In leichteren Fällen handelt es sich um Bewußtseinstrübungen mit Störung 
der Merkfähigkeit und infolgedessen späterer Amnesie. Ist die Psychose 
voll ausgebildet, so zeigt sie den KossAEOWschen Symptomenkomplex. 
Umpfehbach. 
W. Altbb. Ober eine seltenere Form geistiger ItSrnng. Monatsschr. f. Ptych. 
u. Neurol. 14 (4), 246—270. 1903. 
Nach der Definition von Völkbl und Höffdinq ist das Bekanntheits¬ 
gefühl eine affektive Komponente, die die subjektive Vermittelung der 
Wahrnehmungen stets begleitet, unter normalen Bedingungen ausschliefo- 
lich ermöglicht und allein die Erinnerungsgewißheit, die Fähigkeit zu 
agnostischem Wiedererkennen, gewährleistet. Ein Verlust oder eine patho¬ 
logische Supposition der Bekanntheitsqualität findet sich bei verschiedenen 
Formen geistiger Störung, so bei Hysterischen, Epileptischen usw. Hierher 
gehören die Erinnerungstäuschungen, die Verifikation von Träumen, par- 
amnestische Störungen bei Paralytiker usw. Einen Fall, wo man dem Ver¬ 
lust des Bekanntheitsgefühls eine ganz besonders umfangreiche, ja eigent¬ 
lich völlig dominierende Rolle zuschreiben mufs, bringt hier A. Der 
Kranke fühlt sich selbst und seine Umgebung von Minute zu Minute immer
        

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