Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
E. A. Pace: Fluctuations of Attention and After-images. Philos. Studien 20 (Wundt-Festschrift II), 232-245. 1902
Person:
Ogden
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32429/2/
Literaturbericht. 
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Kastens befand sich unter einem Winkel von 46° sur Porzellan platte noch 
eine Glühlampe, die zur Beleuchtung der Porzellanplatte bestimmt war. 
Die Entfernung konnte man beliebig ändern, um die relative Stärke des 
Lichtes vom Inneren des Kastens aus zu regulieren. Ein Schirm hinter der 
Glasplatte im Kasten konnte durch elektromagnetische Auslösung von 
aufsen das innere Licht zu jeder Zeit vollständig absperren. Der ganze 
Apparat wurde im Dnnkelzimmer aufgestellt. Der Beobachter safs in 1 m 
Entfernung von der Porzellanplatte. Es war dann möglich, vor ihm ein 
Lichtband oder einen Schatten zu haben. 
Es wurde ein Lichtband sehr wenig verschieden vom Hintergrund 
hergestellt. Beobachter fixiert es, bis das Band verschwindet und wieder¬ 
kehrt. Mit dem zweiten Verschwinden wurde der Schirm frei gelassen. 
Auf der jetzt ebenmäfsig beleuchteten Porzellanplatte folgt das negative 
Nachbild, das ohne Schwankungen allmählich verschwindet. Darin erblickt 
Verf. einen direkten Nachweis einer die Schwankungen begleitenden reti¬ 
nalen Ermüdung. Er schliefst daraus folgendes : Die Beobachtung eines 
vom Grunde nur wenig verschiedenen Reizes erzeugt in der Retina eine 
Ermüdung, deren Grad durch die relative Reizung der zentralen und seit¬ 
lichen Teile bestimmt wird, und die einen Einflufs auf die Aufmerksamkeit 
ausübt. Infolgedessen verschwinden die Reize. Der Akkommodationsprozefs 
wird durch die Änderung im Inhalt und Funktion der Aufmerksamkeit 
beeinflufst. Damit folgt eine Änderung der Wirksamkeit des Reizes auf 
ilas Organ. Das Wiedererscheinen des Reizes ist durch eine Wiederher¬ 
stellung eines merklichen Teils der Retina bedingt. Die Wiederherstellung 
ist weiterhin durch Änderungen im Akkommodationsprozefs erleichtert, 
bzw. gehindert. Ooden (Columbia, Missouri). 
A. Tschkbmak und P. Hobfbb, Ober binokulare Tiefenvahrnehranng anf Grund 
von Doppelbildern. Pflüger» Archiv 88, 299—321. 1903. 
Verff. stellen sich die Aufgabe, die Tiefenwahrnehmung auf Grund 
von Doppelbildern, welche hauptsächlich durch Hering, sowie ferner durch 
Volkuakn und Helmholtz festgestellt wurde, messend zu verfolgen. Das 
stereoskopische Sehen im engeren Sinne, die Tiefenwahrnehmung unter 
Verschmelzung beider Eindrücke stellt „nur den präzisesten Spezialfall 
dar für die Tiefenwahrnehmung mit querdisparaten Netzhautelementen 
überhaupt“. Vor einer dunklen Röhre, durch welche der Beobachter sieht, 
wurden in verschiedener Entfernung mattschwarz gestrichene Stricknadeln 
bo auf gestellt, dafs der Beobachter Nadelstrecken von gleichem Öffnungs¬ 
winkel auf weifsem Grunde sah. Vorversuche bestätigten, dafs wenigstens 
zu Anfang der Beobachtung und bei Bezogenwerden beider Bilder auf e i n 
Objekt ein Tiefeneindruck entsteht. Die genaueren Messungen wurden 
bei Dauerreizen und bei Momentreizen durchgeführt. Als Mafs der Ge¬ 
nauigkeit dient die „Gleichheitsbreite“, d. h. die Schwankungsbreite der 
Einstellungen, bei welchen die in Doppelbildern gesehenen Nadeln in 
gleicher Entfernung erscheinen. Der Fixationspunkt war 2 m entfernt, 
die „Standnadel“ 40—80 cm median oder seitlich, die schwebende „Prüf¬ 
nadel“ wurde längs einer Führung verschoben. Bei symmetrischer Auf-
        

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