Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
L. Löwenfeld: Der Hypnotismus. Handbuch der Lehre von der Hypnose und der Suggestion mit besonderer Berücksichtigung ihrer Bedeutung für Medicin und Rechtspflege. Wiesbaden, J. F. Bergmann, 1901. 522 S
Person:
Schultze, Ernst
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32330/1/
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Litera twrbericki. 
aber die Analyse häufig unterstützt wird durch Zuhilfenahme physiologischer 
Parteien und in einzelnen Fällen ohne dieselbe unmöglich ist.“ 
Dem Vorstehenden sei noch hinzugefügt, dafs der Arbeit ein madbug 
reiches Literaturverzeichnifs angehängt ist. Kiesow (Turin). 
L. Löwenfeld. Der Hypnotismus. Handbuch der Lehre von der Hypnose uA 
der Suggestion mit besonderer Berücksichtigung ihrer Bedeutung flr 
Modle in und Rechtspflege. Wiesbaden, J. F. Bergmann, 1901. 522 S. 
Nach einem lehrreichen Ueberblick über die Geschichte des Hypnotis¬ 
mus geht Verf. zum eigentlichen Thema über. Dabei setzt er ein bei dem 
mehrsinnig gebrauchten und deshalb leicht zu Irrthümer führenden Begriff 
der Suggestion, die er selber definirt als „die Vorstellung eineB psychischen 
oder psychophysischen Thatbestandes, welche in Folge von Beschränkung 
oder Aufhebung der associativen Thätigkeit durch Herbeiführung dieses 
Thatbestandes eine aufsergewöhnliche Wirkung äulsert.“ Je nach dem 
Entstehungsmodus können wir directe und indirecte, Fremd- und Auto¬ 
suggestionen unterscheiden, je nach dem Verhalten zum Bewufstsein be- 
wufste und unbewufste (oder unterbewufste) ; schliefslich trennt man noch 
Wach- von hypnotischen und posthypnotischen Suggestionen. Nachdrück¬ 
lich hebt er hervor, dafs der Suggestion ein gewisser, verschieden aus¬ 
geprägter Zwangscharakter anhaftet. Suggestibilität umschreibt Verf. als 
die Neigung zur Bildung von Suggestionen auf äufsere oder innere An¬ 
regungen; sie ist eine Disposition der Psyche, welche sich im# Ausfall oder 
in einer Abschwächung der associativen Thätigkeit gewissen Vorstellungen 
gegenüber, d. h. in kritikloser Annahme gewisser Vorstellungen äufsert. 
Man mufs hier die normale von der abnormen oder gesteigerten Suggesti¬ 
bility trennen. Der Typus der letzteren ist die Hypnose, die keinen 
krankhaften, insbesondere hysterischen, sondern nur einen arteficiell er¬ 
zeugten, eigenartigen, physiologischen Zustand darstellt, der durch ge¬ 
steigerte Suggestibilität ausgezeichnet ist und dem natürlichen Schlafe 
nahe steht. L. bezeichnet die Hypnose geradezu als einen Zustand psr^ 
fielen Schlafes. Jeder geistig gesunde Mensch läfst sich hypnotisiren, 
d. h. durch Hypnotisirungsproceduren in irgend einen Grad des hypnoti¬ 
schen Zustandes versetzen, wie zuerst und mit Nachdruck Fobel betonte. 
Natürlich ist die Hypnotisirbarkeit individuell recht verschieden und von 
den verschiedensten äufseren und inneren Momenten abhängig. Zutreffend 
wird dabei hervorgehoben, dafs Geisteskranke sich schwer hypnotisiren 
lassen. 
Bei der Technik der Hypnotisirung unterscheidet Verf. trotz der 
scheinbar aufserordentlichen Mannigfaltigkeit der hypnosigenen Mittel 
sensorielle Beize (Fixation, mesmerische Striche) und die directe Erweckung 
von Schlafvorstellungen (durch verbale Eingebung oder auf anderem Wege> 
Die letztere, die suggestive Methode, ist gegenwärtig am meisten verbreitet. 
Die für die Einleitung der Hypnose zutreffenden Vorbereitungen und ihre 
verschiedenen Modificationen werden ausführlich geschildert, insbesondere 
die Methode von Bernheim, die vom Verf. und die sogenannte fractionirte 
Methode von Vogt. 
Sehr eingehend v« erden. naXSvthskv d\e NexwskvxedwüÄn. und
        

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