Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. Näcke: Zur Pathogenese und Klinik der Wadenkrämpfe. Neurologisches Centralblatt (7), 1-7. 1901
Person:
Giessler
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32313/1/
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Literaturbericht. 
bewegungsmittel incl. der ersten Gehversuche beschrieben. Auch wird vor 
Allem die schliefsliche Hauptfrage discutirt, ob dieses erste Gelingen immer 
willkürlich sei in dem Sinne, dafs die Aufmerksamkeit dabei der Bewegung 
zugewandt ist, oder ob der Mechanismus nicht schon gleich im alleinigen 
Hinblick auf einen höheren Zweck, z. B. Erreichung fernliegender Gegen¬ 
stände, nach entsprechender Entwickelung der Anlagen ohne auf die Be¬ 
wegung gerichtete Aufmerksamkeit nebenbei wie sonst nach der Einübung 
ablaufen könne, was vom Verf. behauptet wird. Natürlich ist der sichere 
Nachweis für ein solches ausschliefsendes Urtheil, zumal auf Grund fremder 
Beobachtungen, immer schwer. Auch ist die Einübung von Associationen 
motorischer Vorstellungen mit ausdrücklicher Beachtung derselben in der 
aufmerksamen Betrachtung anderer Personen der Umgebung vielleicht 
nicht hinreichend berücksichtigt, welche Vorstellungen von Bewegungen, 
die im Einzelnen schon grofsentheils geübt sind, ebenfalls zu einem neuen 
Ganzen combiniren hilft. Gerade für diese Frage sind ja die gleichfalls 
beigezogenen Rückfälle in die primitiveren Fortbewegungen lehrreich, 
welche in der Eile eintreten, wo thatsächlich die Aufmerksamkeit ganz 
vom Zwecke absorbirt wird. Die Arbeit schliefst mit philosophischen 
Betrachtungen über den rückläufigen Abschlufs der höchsten Entwickelung 
in der Rückkehr zur kriechenden Stellung im Gebete. 
Wirth (Leipzig). 
P. Näcke. Zar Pathogenese and Klinik der Wadenkrimpfe. Neurologische* 
Centralblatt (7), 1—7. 1901. 
Den Wadenkrämpfen hat besonders Fêré seine Aufmerksamkeit ge¬ 
schenkt. Er nimmt als Ursachen heftige Verkürzung der Muskeln oder 
eine Entspann ung an, wobei Ermüdungszustände, nämlich nervöse, hysterische, 
epileptische, namentlich paralytische begünstigend wirken. Nach N. tragen 
heftige Verkürzungen und fehlerhafte Bewegungen die Schuld. Sie treten 
vorwiegend des Nachts auf, ferner nach langen Märschen, Schwimmen, 
Tanzen, bei heftigem Stiefelanziehen. Dafs chemische Reize eine grofse 
Rolle dabei spielen, sehen wir aus den häufigen Wadenkrämpfen bei Cholera, 
Diarrhoe, Typhus, Diabetes, Blei-, Arsen-, Schwefel Vergiftung, desgl. bei 
Magenüberfüllung, Obstipation, Schwangerschaft, ebenso bei Hysterie, Epi¬ 
lepsie. Das allen Beiden Gemeinsame liegt in der abnormen Beschaffenheit 
des Blutes: Blutverdickungen und Stauungserscheinungen. Doch ist nicht 
erklärlich, weshalb die entsprechenden Wirkungen sich gerade in der Wade 
fühlbar machen sollten. N. zeigt, dafs die Theorie der Wadenkrftmpfe über¬ 
haupt noch wenig ausgebildet ist. Jedenfalls sind die Crampi peripher be¬ 
dingt, central gewifs nur selten. N. hält die von Vold angeführten Fälle 
über die Beziehungen zwischen Wadenkrämpfen und Traumhallucinationen 
für wenig zuverläfslich, da der Krampf so urplötzlich und heftig einsetze, 
dafs man gewöhnlich sofort aufwacht, so dafs also die Auslösung irgend 
eines Traumes unwahrscheinlich wird. — "* 
Dafs ein gefühlsbetonter Körpertheil in der Traumwelt des Besitzers 
dessen Vorstellungen und Bilder beeinflufst, gehört ja zu den Grundthat- 
sachen deB Tr&uiïvzYxstaude». jedoch Wadenkrämpfe oder Abortiv¬ 
krämpfe (Kr&mpte m N
        

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