Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
N. Triplett: The Psycholgy of Conjuring Deceptions. Amer. Journ. of Psych. 11 (4), 439-510. 1900
Person:
Wirth
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32300/2/
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Literaturbericht. 
es eben geht, nach theilweise psychologischen Gesichtspunkten zu ordnen 
versucht. Das psychologische Material, das in dem Verhalten des Zauber¬ 
künstlers einerseits und in der Täuschung des Publikums andererseits ent¬ 
halten ist, kommt sodann in einer umfangreichen Plauderei zur Darstellung, 
vielfach angeregt durch die bereits vorhandenen Arbeiten von Dessoib und 
Binet über den gleichen Gegenstand. Den optischen, akustischen, elektri¬ 
schen, chemischen und mechanischen Kunststücken, welche vor Allem die 
Paradoxa gegenüber der alltäglichen Erfahrung und die rein sinnlich 
wirkenden Knalleffecte ausnützen, folgen die Künste auf Grund „einer be¬ 
sonderen Geschicklichkeit des Zauberers.“ Auf letztere beziehen sich ina 
besondere die Ausführungen des dritten Capitels über die „Vorbereitung de* 
Zauberkünstlers“ selbst als einer Steigerung bezw. Uebung seiner körper¬ 
lichen und insbesondere seiner geistigen Fähigkeiten zur absoluten Be¬ 
herrschung von Auge und Hand und seines Talentes als Schauspieler und 
Hypnotiseur. Die folgende Gruppe der Kunststücke, deren Gelingen auf 
festgewordenen Associationen des Zuschauers beruht, bietet weiterhin das 
Hauptmaterial für die psychologische Analyse der Täuschung. Was in 
diesem Capitel aufser der Ablenkung der Aufmerksamkeit von der kritischen 
Stelle durch irgendwelche Betonung einer entfernten Stelle seitens des 
Taschenspielers, insbesondere durch dessen Beden, gesagt wird, gehört vor 
Allem zu jenen Associationswirkungen, die eine Art von Illusion erzeugen, 
am besten durch systematische Erzeugung einer entsprechenden Association 
durch Wiederholung von vorläufig thatsächlich vorgeführten Vorgängen. 
Unter Berücksichtigung der sonstigen Umstände findet der Begriff der 
„Suggestion“ dabei ausführliche Verwendung. Eigene Versuche des Vert's 
mit Schulkindern über die bekannte Vortäuschung des Werfens einer Kugel 
nach mehrfach vorangehendem wirklichen Werfen zeigt bei 40 °/o der Knaben 
und bei 60°/0 der Mädchen eine individuell verschieden weit gelungene 
Illusion. Die zuletzt behandelten Fälle der Suggestion des sog. „forcing**, 
d. h. die beliebige Lenkung des Ausfalles einer Auswahl wären noch 
systematischer gleich mit unter die beliebige Lenkung der Aufmerksamkeit 
eingereiht worden. Die „sociologischen und pädagogischen Bemerkungen* 
des Schlusses behandeln u. A. die bekannten Gründe für das Interesse an 
derartigen Zauberkunststückchen, die spätere Entwickelung des kindlichen 
Interesses hierfür und schliefslich, wegen der entfernten Aehnlichkeit aller 
psychologischer Beeinflussungen überhaupt, eine kurze Ausführung de* 
recht mifsverständlichen Grundsatzes : Every teacher is in some sort a con¬ 
jurer. Wibth (Leipzig). 
St. Sh. Colvin. The Fallacy of Extreme Idealism. Amer. Journ. of Piyck. 
11 (4), 511-526. 1900. 
Neben einem historischen Btickblick polemisirt Verf. vor Allem gegen 
zwei moderne Vertreter eines „extremen“ Idealismus, Bradlby (Appearance 
and Reality) und Josiah Royce (The world and the Individual). Ersterem, 
der den Erkenntnifswerth der allgemeinsten Anschauungsformen und der 
Kategorien wegen ihres inneren Widerspruches verneint und als Vertreter 
des „logisch“ begründeten Idealismus erscheint, wird die Bedeutungslosig¬ 
keit dieser Methode des ausgeschlossenen Dritten entgegengehalten. Bei
        

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