Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
N. Triplett: The Psycholgy of Conjuring Deceptions. Amer. Journ. of Psych. 11 (4), 439-510. 1900
Person:
Wirth
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32300/1/
Literaturbericht. 
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substituirt. Yerf. will hierdurch die Eegel bestätigt finden, dafs die am 
schwersten erworbenen Semivocale später am leichtesten gebraucht werden. 
Allerdings kommen bei dieser Substitution die am „leichtesten erworbenen“ 
Muta gleich an zweiter Stelle. Aufserdem aber mufs wohl doch noch be¬ 
rücksichtigt werden, dafs, trotz der innigen Beziehung zwischen Sprechen 
und Hören, leichter Gebrauch und Hineinhören in einen objectiven That- 
bestand verschiedene Dinge sind. Zwei ohne Zwischenconsonanten auf¬ 
einanderfolgende Vocale schränken doch durch die rein akustische Be¬ 
stimmung dessen, was so ähnlich und was sicher nicht gehört wurde, den 
Bereich der kinästhetisch unterstützten Associationen ein, so dafs z. B. 
alleinstehendes p, t, s etc., abgesehen vom Zusammenhang, trotz des leichten 
Gebrauches, nicht leicht hineingehört wird. Im Allgemeinen wäre noch 
hinzuzufügen, dafs überhaupt jedes Auslassen von Buchstaben, falls die 
Aenderung nicht am fertigen Wortbild des Phonographen künstlich vor¬ 
genommen, sondern das Wort gleich als neuer Lautcomplex ausgesprochen 
wird, keineswegs ein so einfaches Moment ist, wie die Auslassung ge¬ 
druckter Buchstaben in den analogen visuellen Versuchen. Im zweiten 
Haupttheile geht nun Verf. zur centraleren Psychologie der Wortapper- 
ception unter den gegebenen Bedingungen über. Angreifbar ist wohl gleich 
die erste Behauptung, dafs nur im Falle des sofortigen richtigen Hörens 
eines verstümmelten Wortes eine simultane Association vorliege, während 
beim sofortigen Heraushören des Fehlers auf Grund der richtigen Sub¬ 
stitution bereits immer eine successive Association gegeben sei, als ob bei 
hinreichender Wirksamkeit des Zusammenhanges nicht gleich die ganze 
Vorstellungsgrundlage für das abgegebene Urtheil simultan gehoben werden 
könnte. Mit gröfster Sorgfalt sind sodann alle visuellen, akustischen etc. 
Vörstellungselemente beschrieben, welche den Versuchspersonen lauter 
geübten Psychologen — während des apperceptiven Vorganges auf stiegen; 
Das Bewufstsein des „Sinnes“ von Worten, insbesondere auch des ab- 
stracten, soll hiermit analysirt und auf die (je nach dem Sinne auf Grund 
einer Art von innerer „Adaptation“ wechselnden) marginal factors im Sinne 
des psychologischen Kominalismus reducirt sein, ohne dafs man mit Stout 
ëin besonderes Bewufstsein des abstracten „Meinens“ anzunehmen brauche. 
Das vor Allem von Stout, wenigstens in der angelsächsischen Psychologie, 
vertretene „structurelle“ Bewufstseinsmornent wird freilich umsomehr über¬ 
sehen werden können, je mehr die Häufung von Tausenden verschiedener 
Einzelfälle den interessanten Wechsel der auftauchenden Elemente von 
Einzelvorstellungen beachten läfst. Wirth (Leipzig). 
N. Triplett. The Psychology of Conjuring Deceptions. Amer. Journ. of Psych. 
11 (4), 439—510. 1900. 
Das einleitende Oapitel holt bei der biologischen Bedeutung der un¬ 
beabsichtigten oder zielbewufsten Täuschung der Umgebung überhaupt aus, 
behandelt die Vorspiegelung höherer Kräfte dem'unwissenden Volke gegen" 
über und bringt endlich die historische Entwickelung der eigentlichen 
Taschenspielerei und Zauberkunst. Die einschlägigen Kunststücke unserer 
Varietée-Theater werden zunächst aus einer umfangreichen Literatur zu 
Hunderten einzeln aufgezählt, zum Theil genauer beschrieben und, so gut
        

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