Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
H. Beaunis: Contribution à la psychologie du rêve. Am. Journ. of Psychol. 14 (3-4), 271-287. 1903
Person:
Dürr
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32141/1/
31S 
Litrraturbaiehl. 
Nach den hypnotischen Schlafperioden, wahrend welcher die Backkehr 
der Erinnerungen erfolgte, fühlte sich Ibsmk wohler. Es fand eine Ver¬ 
mehrung und rasche Aufeinanderfolge der elementaren psychologischen 
Phänomene, der Empfindungen, Bewegungen und Bilder statt. Auch wurde 
sie wieder arbeitsam und gesellig. 
Das abstrakte Gedächtnis, dasjenige, welches nicht interessiert ist 
und einfach berichtet, ist bei der Kranken vollständig erhalten, in den 
Krisen. Neben diesem Gedächtnis gibt es noch ein anderes, welches unter 
den Erinnerungen die für eine Situation brauchbaren auswählt and unge¬ 
nügende zurückstöfst, ein Gedächtnis, welches zu den Gruppen von Zu¬ 
ständen gehört, welche die Persönlichkeit konstituieren. Dieses Gedächtnis 
fehlt der Kranken. 
Verf. hatte in einer früheren Abhandlung gezeigt, dafs die psychischen 
Erscheinungen sich zu einer Hierarchie mit wachsender Komplexität an¬ 
ordnen, je nachdem sie eine engere Beziehung zur Realität besitzen. Bei 
Tiefstand der seelischen Spannung werden bestimmte Erscheinungen un¬ 
möglich, z. B. das willkürliche Handeln mit neuen Anpassungen, das Er¬ 
fassen der Wirklichkeit, Glaube, Gewifsheit, Schmerz und Freude über 
Gegenwärtiges, während andere Gruppen von Operationen z. B. uninter¬ 
essiertes und zerstreutes Handeln und Perzipieren, Überlegen, Tränmen 
und nicht koordinierte Emotionen möglich werden. Zu solchen Fällen 
seelischen Tiefstandes gehört der vorliegende Krankheitsfall. 
Die Behandlung, welche Juist der Kranken angedeihen lieCa, war 
nicht allein die Suggestion, sondern auch das Erregen, um sie auf ein 
höheres seelisches Niveau zu bringen. Die Krankheit hielt mehrere Monat« 
lang an. Gis38leb (Erfurt). 
P. Sébieux et K. Mionot. Cas d’amnéde ritro-antérogr&do coudmtln à b 
pendaison. Journal de ptychol. norm, et pathol. 2 (2), 127—133. 1905. 
Es handelt sich um einen 49jährigen Mann, seit Jahren mehr oder 
weniger au Verfolgungswahn leidend. Im plötzlichen Delirium sucht er 
sich nach einem Mittagessen bei seinem Bruder zu erhängen. Abgeschnitten 
verfällt er in Krämpfe, dann in ein Koma bis zum folgenden Tage, und 
hat dann eine Amnesie für die Zeit, beginnend mit der Einladung zum 
Mittagessen bis zum Erwachen aus dem Koma. Einige Erinnerung für die 
Zeit hat er aber, z. B. dafs der Arzt bei ihm war, dafs er zu Bett gebracht 
wurde. — Auffallend an dem Fall ist nun, dafs das Gedächtnis auch für 
weitere sechs Monate nur lückenhaft tätig blieb. Der Intellekt war sonst 
nicht geschwächt. Das Gedächtnis blieb aussetzend, bald mehr, bald weniger. 
So wiederholte z. B. Patient eine Eingabe an den Präsidenten mehrere 
Mal, nicht wissend, dafs er bereits geschrieben ; dafs er Kranke im Neben- 
pavillon bereits besucht, wufste er nicht. — Die Erinnerung für die Zeit 
des bewufsten Mittagessens bis zum Erwachen aus dem Koma kam nicht 
wieder. Ukpfenbach. 
H. Bsaunis. Contribution à la psychologie dn rêve. Am. Joum. of Psyckd. 
14 (3-4), 271-287. 1903. 
Beacnis will auf Grund der an sich selbst gemachten Beobachtungen 
einen Beitrag zur Psychologie des Träumens liefern. Die Methode seiner
        

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