Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
J. Lachelier et D. Parodi: A propos de la perception visuelle de l'étendue. Journal de psychologie norm. et pathol. 1 (4), 352-358. 1904
Person:
Giessler
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32135/1/
Literaturbericht. 
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Verhärten diesen Vorstellungen gegenüber nicht ansgemacht wird. Im 
übrigen wendet sich Verf. mit unbestreitbarem Geschick zur mehr äußeren 
Beschreibung des Alltagsbenehmens vorwiegend „synthetisch“ oder „analy¬ 
tisch“ veranlagter Personen. Dadurch wird das Buch zweifellos zu einer 
„angenehmen“ Lektüre. Bbxubsi (Graz). 
A. Babatono. I fattl pslchlci elemental! Torino, Bocca. 107 S. 
Als elementare psychische Tatsachen werden vom Verf. Gefühl, 
Wollung und Unterscheidung angeführt. Aus diesen sollen sich angeblich 
alle übrigen ableiten lassen. Sie alle aber laufen schliefslich auf die nervöse 
Erregung hinaus; so soll das Wollen eigentlich das Bewufstsein einer Be¬ 
wegung sein U8W. Überdies meint Verf., die psychischen Tatsachen seien 
einer wissenschaftlichen Behandlung nur dann zugänglich, wenn man ihnen 
Räumlichkeit zuerkennt. Dies tut Verf. auch in der Tat. Indes werden 
seine Ausführungen auch durch diese Annahme nicht weniger unwissen¬ 
schaftlich, als sie es auch ohne dieselbe bereits wären. 
Benüssi (Graz). 
O. Fisches, fiber die Lage der für die Innervation der unteren Extremitäten 
bestimmten Fasern der Pyramidenbahn. Monatsschr. f. Psychiatr. u. Neurol. 
17 (5), 386—389. 1905. 
Die Untersuchung eines Falles von frischer Monoplegie des Beines 
brachte F. zu dem Ergebnis, dafs die für die Fufsbewegungen bestimmten 
Pyramidenfasern vom Hirnschenkel nach abwärts überall über das ganze 
Gebiet des Pyramidenareals verstreut sind und nirgends ein selbständiges, 
von den anderen Fasern abgegrenztes Feld einnehmen. Dasselbe hat 
Hoche für die motorischen Pyramidenfasern der Hand gezeigt. Die ver¬ 
schiedenen Funktionen dienenden Fasern verlaufen diffus im Pyramiden¬ 
areal verstreut und durcheinander gemischt. Umpfknbach. 
J. Lachelieb et D. Pabodi. A propos de la perception visuelle de l'étendue. 
Journal de psychologie norm, et pathol. 1 (4), 352—358. 1904. 
Die Abhandlung zerfällt in zwei Teile. Im ersten gibt Pabodi eine 
Kritik der Ansichten Lacheliers über den Raum und die Ausdehnung. L. be¬ 
zeichnet den Charakter unserer Perzeption der Ausdehnung als wesentlich 
visuell. Er versteht unter Ausdehnung ein Zusammen von Beziehungen 
der Situation und Entfernung, welche auf irgendwelche Empfindungen 
Bezug nehmen. Ohne die Bewegung aber würde es innerhalb dieser 
Ausdehnung weder Regionen, noch Situationen, noch Abstände geben, mit 
einem Worte nichts, was zur Eigentümlichkeit des Raumes gehört. In die 
-Ausdehnung werden alle wirklichen Richtungen der Bewegung einge¬ 
schrieben,' alle möglichen werden im voraus daraus abgelesen. Die Aus¬ 
dehnung ist beim Erfassen des Raumes das Element reiner Intuition. 
P. hält diese Intuition der Ausdehnung für eine psychologische Realität 
und behauptet, dafs sie einen speziell, vielleicht ausschließlich visuellen 
Charakter besitze. Mittelst des Gesichtssinns fasse ich nicht allein ein 
geometrisches and abstraktes Milieu, welches die konkreten Daten meiner 
verschiedenen Sinne enthält, sondern ich vergegenwärtige mir diese»
        

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