Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedr. Keller: Beurlaubung von Industriearbeitern zur Beschäftigung in landwirtschaftlichen Betrieben unter Mitwirkung der sozialen Versicherungsanstalten. Ein Vorbeugungs- und Volksheilmittel gegen Nervenkrankheiten. Leipzig, J. A. Barth, 1905. 56 S.
Person:
Schultze, Ernst
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32126/1/
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fÂttratmbericJ) t 
durch das Zusammenwirken der psychischen Teildefekte uedingt erscheinen 
läfst und dabei jeder allgemeinen, nichtssagenden Erklärung, wie Bewulst- 
seinstrübnng, Unaufmerksamkeit u. a. aus dem Wege geht, macht die 
Lektüre zu einem Genuss« und wird jedem Leser eine Falle des Inter¬ 
essanten bringen. Und sicher wird die 8tudie auch in der Bichtung an¬ 
regend und aufklarend wirken, dals sie bei den symptomatischen Unter 
Buchungen von Psychosen die Aufmerksamkeit der Forscher auf diese 
Momente lenkt; bei der Amentia, bei Dämmerzuständen usw. wird sich 
sicher häufig das, was als Verwirrtheit, Bewufstseinsstörung oder sonstwie 
zusammengefaTst und mehr umschrieben als erklärt wird, bei Aaseinander¬ 
legung der Einzelerscheinungen als aus motorisch-apraktischen Elementen 
bestehend ergeben. Von diesem Punkte aus weist die Studie über eich 
selbst hinaus und wird berufen sein, befruchtend auf die klinische 
Psychiatrie Oberhaupt zu wirken. Haexel (Dresden). 
Friede. Keller. Beurlaubuug TM Muitriearbetteru zur BeacttfUguog b 
laudwirtachaftlichM Betriebe! unter Mitwirkung der «ostnlei Tertkkerugt- 
Mntaltea. Ein Vorbeugungs- und Volksheilmittel gegen Nervenkrank¬ 
heiten. Leipzig, J. A. Barth, 1905. 56 8. Mk. 1,50. 
Die Zahl der Nervenleidenden in den unbemittelten Standen ist recht 
grofs; Volksheilstätten für diese Nervenkranken sind unbedingt notwendig. 
Aber ihr Bau und Betrieb ist zu kostspielig, als dafs auf diesem Wege 
hinreichend für die weniger bemittelten Nervenkranken gesorgt werden 
kann, zumal der Kampf gegen die Tuberkulose grofse Summen verschlingt 
Hier soll nach Verf. die Beschäftigung mit Landwirtschaft eintreten; 
da, wer nur ein geringes Mafs von Arbeit auf dem Lande verrichten kann 
und will, dort sein Brot findet Natürlich muls der Kranke, der der ärzt¬ 
lichen Überwachung nicht entraten soll, allmählich sich an die Arbeit ge¬ 
wöhnen und Gesundheitsschädigungen aus dem Wege gehen. Um die neue 
Methode nicht zu diskreditieren, soll man den Bauern als arbeitsfähig und 
arbeitswillig bekannte Kranke geben. Eine Vermittelungsstelle sorgt für 
die Unterbringung der Kranken. Die sozialen Versicherungsanstalten wie 
auch private Wohlfahrtsgesellschaften sollen die ländliche Beschäftignnge- 
kur fördern. Als Vorbeugungsmittel empfiehlt Verf. die Gewährung vcm 
Ferien, die die Arbeiter ebenfalls auf dem Lande mit Feldarbeit zubringen 
sollen. Eine gewisse Analogie der hier vorgeschlagenen Behandlung mit 
der sog. Familienpflege Geisteskranker ist unverkennbar. 
Ehxst Schultz* (Greifswald). 
H. Bösbaueb, L. Miklas, L. u. H. Schixkr. Handbuch der SchwachutuulgM- 
fttrwrge. Wien, Karl Graeser, 1905. 173 S. Mk. 3,20. 
Die drei Verfasser wollen mit ihrem Handbuch eine übersichtliche, 
die modernen Fortschritte berücksichtigende Darstellung der Fürsorgetätig¬ 
keit für Schwachsinnige geben, die für alle Kreise der Bevölkerung, nicht 
zuletzt für die Eltern und Lehrer bestimmt ist. 
Sie geben eine Skizze der Ätiologie und Symptomatologie des Schwach¬ 
sinns und besprechen genauer die Behandlung und Erziehung, die diesem 
zuteil werden soll. Internate und Anstalten zu erbauen ist Aufgabe der
        

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