Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
L. Dugas: Sur la reconnaissance des souvenirs. Journ. de psychol. norm. et pathol. 1 (6), 513-523. 1904
Person:
Alter
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https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit32114/1/
Litcruiitrhr-riil.l 
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und Bild (image) ala einen Unterschied in dem Grade der Abstraktion be¬ 
stimmt hat, teilt Mkad nach ausführlichem Bericht Ober Gobbs Ausführungen 
die einschlägigen, manche Berührungen aufweisenden Ansichten Dzwrrs 
mit, die dieser in Psychological Review S in seinem Aufsatz The Reflex 
Arc Concept in Psychology dargelegt hat. Dr. M. Ort sah (Ingolstadt). 
L. 1)00.48. Itr U recOMMiuaae« des soateilrs. Joum. de psychoL norm, et 
pathol. 1 (6), 513—523. 1904. 
Das Erinnerungsvermögen im engeren Sinne setzt voraus: 1. das Auf¬ 
treten einer dem Picaschen Bekanntheitsgefühl entsprechenden Affektnote 
in Beziehung auf einen Gedächtniswert und 2. die Verknüpfung dieser 
Kombination mit dem Ichkomplex. Nur ein so aufgebauter Vorgang gibt 
ein „souvenir-pur“ (Bbbgbon), d. h. eine scharf persönlich herausgehobsoe, 
affektbetonte, eigentliche „Erinnerung“, die stets enge Verbindung zu ihm 
ursprünglichen Entstehung behält im Gegensatz zum „souvenir-habitude", 
der generalisierten, objektivierten Gewohnheitserinnerung, die ohne Persöa- 
lichkeits- und Stimmungswert ist und daher auch stets unbewufst bleibt 
Der Unterschied zwischen beiden geht auf ihr ursprüngliches Zustands¬ 
kommen, auf die „Formung“ der entsprechenden Gedächtniselemente zurück: 
sie allein bestimmt nach der Art ihres Vorganges den Wert der an- 
schliefsenden Erinnerungen. Daher spielen Störungen dieses grundlegenden 
Vorganges in der Pathologie des Erinnerungsvermögens eine wichtige Rolle 
So folgt die senile Amnesie aus einer Herabsetzung der Fähigkeit zur Ich- 
beziehung (durch Aufmerksamkeitsnachlafs!) — die Hypermnesie der Neuro 
pathischen aus einer überanspruchnahme der affektbetonten Subjektivierung 
unter Exzefs der Aufmerksamkeit 
Ebenso ist aber das „gute Gedächtnis“ nur das Ergebnis einer besonder! 
günstigen Formung seiner Elemente, die sich kennzeichnet durch ein fest« 
und ausgleichendes Verhältnis zwischen einer indifferenten Eingewöhnung 
der Eindrücke und Vorstellungen und ihrer Beschlagnahme durch affekt¬ 
betonte Eigenbeziehungen. Nur diesem Verhältnis entspricht die Wesens¬ 
form der Reproduktion der Erinnerungen : einerseits ein unbewufstea, 
scheinbar autochthones Wiederaufleben — andererseits ein bewufst- 
vorstellungsmäfsiges Erinnerungsvermögen (il me souvient und je me 
souviens!). Beide Vorgänge sind assoziativ bedingt. Das „Wiederaufleben“ 
erfolgt nach dem Gesetz der Addition, das „Erinnern“ nach dem einer vom 
Willen gewahrten Zweckmäfsigkeit, da es prinzipiell an die Voraussetzung 
eines momentan bewufst werdenden Vorstellungsverlustes gebunden ist. 
Sein Stimmungswert ist dabei proportional dem Zeitintervall zwischen Er¬ 
werb und Anruf. Sein Verlust bedingt die schwerwiegendste Störung des 
Gedächtnisses, dem mit der persönlichen Synthese seiner Elemente ihr 
Realitätskoeffizient im Sinne Spencebs verloren geht: die Depersonalisation 
des Gedächtnisses bedeutet die Entwertung aller seiner Werte, ihre völlige 
Abstraktion von Zeit und Umrifs, kurz ihre Entfremdung ins Absolute. 
Altkb (Leubus).
        

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