Bauhaus-Universität Weimar

304 
Literaturbericht. 
entscheiden. Wellenförmige Bewegungen im Krankheitsverlauf lassen sich 
bereits constatiren vor den Pubertätsjahren. Vieles spricht dafür, dafs wir 
es bei diesen kurz dauernden Schwankungen der Lebenserscheinungen mit 
einem biologischen Gesetz zu thun haben, und dafs die dem Weibe zn- 
kommeude periodische Thätigkeit der Ovarien nur eine Theilerscheinung 
des ganzen Processes ist. Die menstruellen Blutungen bezeichnen nur die 
Abschnitte, in denen sich die Lebenscurve bewegt. Je gesunder das In¬ 
dividuum, desto gleichmäfsiger, unbewufster, verläuft der periodische 
Wechsel, desto ruhiger das .An- und Abschwellen der Welle; je neuro- 
pathischer, desto peinlicher und störender werden die Veränderungen em¬ 
pfunden; die Geistesstörung schliefslich bringt mit ihrem jähen Umschlag, 
dem brüsken Abheben der beiden Phasen, die Welle pathologisch schroff 
zum Ausdruck. Umpfexbach. 
Sydney Ball. Carrent Sociology. Mind N. S. 10 (38), 145—171. 1901. 
In diesem von allgemeinsten Gesichtspunkten ausgehenden Artikel 
bespricht Verf. die Grundsätze, Ziele und Voraussetzungen der neueren 
Sociologie, wie sie zum Ausdruck kommen in Werken, wie 
Fa. Alenqby : Essai historique et critique sur la 8ociologie chez Auguste 
Comte. Paris, 1900, 
G. Tabde : Social Laws : an Outline of Sociology (translated). London, 1900, 
G. Tarde: Les Transformations du Pouvoir. Paris, 1899, 
J. M. Baldwin: Social and Ethical Interpretations in Mental Develop¬ 
ment. Second Edition. London, 1899, 
B. Bosanquet: The philosophical theory of the State. London, 1899, 
Fb. H. Giddinqs : The Elements of Sociology. A Text-Book for Colleges 
and Schools. New-York, 1899. 
Eingehender beschäftigt sich B. mit der besonders von Tabde und 
Baldwin verfochtenen Ansicht, dafs das grundlegende Phänomen aller 
gesellschaftlichen Entwickelung die Nachahmung sei, und findet diese An¬ 
schauung, ganz abgesehen von der dabei angewendeten übermäßigen Er¬ 
weiterung des Begriffes Nachahmung, völlig unzureichend. Grofsen Werth 
legt der Kritiker auch auf reinliche Scheidung der einzelnen bei Er 
forschung der menschlichen Gesellschaft in Betracht kommenden Gebiete, 
auf scharfes Auseinanderhalten der Sociologie und socialen Philosophie, 
der Psychologie, der Ethik, deren Grenzen die modernen Sociologen nicht 
selten vermischten. Offner (München).
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.