Bauhaus-Universität Weimar

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Nadales Schmecken. 
Vom 
Dr. H. Beyer, 
Ohrenarzt. 
Im Anschlufs an eigene sowie die RoLLETschen 1 Versuche 
über die Empfindung des süfsen Goschmackes bei Einatmung 
von Chloroform dämpfen, welche Rollet als „nales Schmecken“ 
bezeichnet«, hat Zwaabpbmakeb * zur Erforschung der Lokali¬ 
sation dieser Nebenreizung diè Nèuraodifîkation seines Olfakto¬ 
meters benutzt Diese ermöglichte ihm die Herstellung von 
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Chloroform- resp. Atherröhrchen und damit die Berechnung der 
Reiz- und Erkennungsschwelle für die Geruchs- und GeschmftèkS- 
empfindung dieser beiden Stoffe; Da bei dem Fictfschen Ver¬ 
such die olfaktive wie gustative Empfindung nur auftritt, wenn 
der Chloroformdampf dem vorderen Teil des Nasenloches zuge¬ 
leitet wird und da diese Strombahn von der zu den Choanen 
führenden gesondert verläuft, spricht er vermutungsweise die 
Ansicht aus, dafs wir in den von Disse 8 beschriebenen Epithel¬ 
knospen der Regio olfactoria die Organe für die Auslösung der 
Geschmackskomponente des Chloroforms zu suchen hätten. 
Bei gelegentlichen Versuchsanordnungen der Art, wie sie 
Rollet übte, drängte sich mir immer die allerdings im Gegen¬ 
satz zu dem positiven Ausfall des FiCKSchen Versuches stehende 
Empfindung auf, dafs der süfse Geschmack des Chloroforms im 
oberen und hinteren Teile des Rachens verspürt würde. Es 
schien mir daher eine Patientin mit doppeltseitigem Choanen- 
1 Pflügers Arch. 74, S. 383. 
* Arch. f. (Anat. u.) Phys. 1903, 1/2 8. 120. 
* Nachr. d. kgl. Gesellsch. d. Wissenech. zn Göttingen 1894, 2, 8. 66.
        

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