Bauhaus-Universität Weimar

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Die Orientierung der Brieftauben.1 
Von 
Dr. G. H. Schneider. 
I. Vorbemerkungen. 
Im Jahre 1886 hatte ich eine Anzahl experimenteller Ver¬ 
suche über die Orientierung der Brieftauben angestellt und in 
der Zeitschrift „Vom Fels zum Meer“ veröffentlicht. 
Im darauf folgenden Jahre erhielt ich dann vom Preufa. 
Kriegsministerium den Auftrag, eine genauere systematisch- 
experimentelle Untersuchung über dieses Thema anzustellen und 
darüber zu berichten. 
Das Ministerium bewilligte mir 1500 Mk. zur Bestreitung der 
Unkosten, und der Pöfsnecker Brieftaubenverein stellte mir 
hundert junge Tauben zur Verfügung, die freilich nicht alle zur 
Verwendung kamen, weil sich für die Besitzer das häufige Em- 
fangen denn doch als zu lästig erwies. Nachdem ich meinen 
Bericht eingereicht hatte, erteilte mir das Ministerium auf meine 
Anfrage hin die Erlaubnis, die rein wissenschaftlichen Resultate 
zu veröffentlichen. Das will ich nun hiermit tun. 
Die Orientierung der Brieftauben erweist sich als von so 
verschiedenen Faktoren abhängig, und eine genauere Unter- 
1 Anrn, der Red. Der Verfasser der vorliegenden Arbeit ist der 
Autor des i. J. 1880 erschienenen und mit Anerkennung aufgenommenen 
Buches „Der tierische Wille“. Der Aufsatz sollte einen Teil der zweiten 
Auflage dieses Buches bilden. Der Verfasser ist aber über der Neu¬ 
bearbeitung durch den Tod hinweggerafft worden und hat sonst nichts 
Vollständiges für die neue Auflage hinterlassen. 
Anscheinend sollte der Arbeit noch eine Kartenskizze zur besseret 
Veranschaulichung der Versuche beigegeben werden. Der Leser wird ihnen 
aber auch so unschwer zu folgen vermögen. E.
        

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