Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ethel D. Puffer: Studies in Symmetry. Psychol. Rev. Monograph. Suppl. 4, 467-539. (Harvard Psychol. Studies 1.) 1903
Person:
Cohn, J.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit31989/1/
Literaturbericht. 
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Reaktionen nach dem Schema, das Jung und Riklin zugrunde gelegt hatten, 
war hier nicht möglich, da die Versuchspersonen noch mehr als die Un¬ 
gebildeten in der Arbeit jener Autoren das Reizwort im Sinne einer Frage 
auffaisten und nicht mit einzelnen Worten, sondern — entgegen der In¬ 
struktion — mit ganzen Sätzen reagierten. Als typisch für die schwach¬ 
sinnige Reaktion bezeichnet Verf. die Definitionstendenz. Der Schwach¬ 
sinnige vom „torpiden Habitus sucht den Reizwortsinn zu erklären oder 
doch wenigstens etwas für denselben Charakteristisches auszusagen“. 
Ref. kann sich der Ansicht nicht erwehren, dafs nach diesen Ergeb¬ 
nissen die besprochenen Versuche alB Assoziationsversuche in dem bisher 
üblichen Sinne eigentlich nicht bezeichnet werden können. Deren Sinn ist 
doch, festzustellen, welche Vorstellung am innigsten mit der durch das 
Reizwort repräsentierten assoziiert ist. Die daraus sich ergebende In¬ 
struktion der Versuchsperson, die nächste ihr einfallende Vorstellung in 
ein Wort zu kleiden, scheinen nun weder Ungebildete noch Schwach¬ 
sinnige zu befolgen imstande zu sein. Llpmann (Berlin). 
L. Wolffbebg". Warum der Hond nahe dem Horizont grBfser aissieht Wochen¬ 
schrift f. Therapie und Hygiene des Auges 7, 1903,04. 418 S. 
Verf. gibt, unter Betonung seiner Eigenschaft als „Laie“ in physiologisch¬ 
optischen Fragen, zu erwägen, ob nicht die Masse der in der Atmosphäre 
schwebenden „Wasserbläschen“ sich zur Wirkung einer einzigen grofsen 
Lupe summieren und dadurch den Mond gröfser erscheinen lasse. 
W. A. Nagel (Berlin). 
Ethel D. Puffer. Studies in Symmetry. Psychol. Rev. Monograph. Suppl. 4, 
467—639. {Harvard Psychol. Studies 1.) 1903. 
Die Hauptaufgabe dieser Arbeit ist, die verborgene Symmetrie in 
scheinbar unsymmetrischen Anordnungen nachzuweisen. Unter Symmetrie 
ist dabei immer bilaterale Symmetrie verstanden. Nach Münsterbebgs 
Theorie rufen gesehene Formen eine instinktive Tendenz zu motorischer 
Nachahmung hervor. Da unser Körperbau für bilateral symmetrische Be¬ 
wegungen angelegt ist, so müssen entsprechende Anordnungen Lust er¬ 
zeugen. Wird scheinbare Asymmetrie in verborgene Symmetrie aufgelöst, 
so erhält die Theorie eine wichtige Bestätigung. Gegen diese Argumentation 
läTst sich einwenden, dafs auch die Gegner von Münbterberqs Ansicht eine 
Analogie der Bildeinheit mit der Einheit unseres Körpers annehmen, aber 
die Erklärung nicht in motorischen Impulsen sondern in der „Einfühlung“ 
oder ähnlichen Prinzipien suchen. Was hier bewiesen werden kann, ist 
beiden Theorien gleich günstig und widerstreitet nur rein naturalistischen 
Ansichten, die gar keine formalen Anordnungsprinzipien anerkennen 
wollen. Ich hebe die Unabhängigkeit der Fragestellung von Münsterbergs 
Theorie absichtlich gleich anfangs hervor, damit die Ergebnisse der aufser- 
ordentlich wichtigen Arbeit in ihrer Anerkennung nicht durch den Streit 
der Meinungen geschädigt werden. 
Ehe man an die Hauptfrage herangeht, erhebt sich eine Vorfrage. Ist 
die Symmetrie tatsächlich unmittelbar und ursprünglich gefällig, oder
        

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