Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
H. Zwaardemaker: Les sensations olfactives, leurs combinaisons et leurs compensations. Utrecht, Évreux. 1898. 24 S
Person:
Giessler
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit31955/1/
Literaturbericht. 
297 
„1. Der Zu8ammenklang zweier Töne enthält für die Wahrnehmung 
in der Regel einen Summationston und vier bis fünf Differenztöne. Alle 
diese Combinationstöne mit ihren Folgeerscheinungen (Schwebungen, 
Zwischentönen u. a.) sind an das Dasein von Obertönen des primären 
Klanges nicht gebunden. 
2. Alle Schwebungen sind auf das Vorhandensein von mindestens 
zwei benachbarten, d. h. um höchstens eine grofse Terz von einander 
entfernten Tönen zurückzuführen; es giebt keine multiplen Schwebungen 
im Sinne Kobnig’s. 
3. Die von Koenig sogenannten „Stofstöne“ sind nicht die einzigen 
Combinationstöne. Es giebt insbesondere auch zwischen den Primärtönen 
gelegene Differenztöne. 
4. Es giebt nur zwei Arten Combinationstöne: Differenztöne und 
Summationstöne. Die Unterscheidung von Stofstönen und Differenztönen 
ist durch die Thatsachen nicht gefordert. Sie erklärt sich historisch aus 
einer unzureichenden Berücksichtigung der Dissonanzen und einer damit 
zusammenhängenden irrthümlichen Verallgemeinerung bestimmter Stärke¬ 
verschiedenheiten der Differenztöne. 
5. Hermann'scIis Mitteltöne, RiEMANN’sche Untertöne und subjective 
Obertöne existiren nicht. 
6. Alle bis jetzt hervorgetretenen Versuche, die OHM’sche Zerlegungs¬ 
theorie und die darauf gegründete Helmholtz - HENSEN’sche Resonanz¬ 
hypothese principiell aufzugeben und durch andere Annahmen zu ersetzen, 
leiden an grofsen inneren Schwierigkeiten oder (und) widerstreiten der 
akustischen Erfahrung. 
7. Die gegen die Helmholtz'sehe Theorie des Hörens erhobenen Ein¬ 
wände, auch der der Unterbrechungstöne, sind nicht stringent. 
8. Helmholtz' Erklärung der subjectiven Combinationstöne ist un¬ 
befriedigend. 
9. Die physiologische Theorie dieser Töne braucht den Boden der 
Resonanzhypothese nicht zu verlassen. Es empfiehlt sich vielmehr zunächst 
der Versuch, Helmholtz' Theorie der objectiven Combinationstöne auf die 
Vorgänge anzuwenden, die bei der Wahrnehmung subjectiver Combinations¬ 
töne im inneren Ohr stattfinden.“ 
Ein vom J. 1743 bis auf die Gegenwart reichender Literaturbericht 
ist der Arbeit angehängt. Kiesow (Turin). 
H. Zwaardemakeb. Les sensations olfactives, leurs combinaisons et lenrs com¬ 
pensations. Utrecht, Évreux. 1898. 24 S. 
Verf. hat sich bereits durch eine ganze Reihe von Abhandlungen um 
die Erforschung der physiologischen Beziehungen der Gerüche hoch ver¬ 
dient gemacht. Man kann wohl behaupten, dafs erst durch ihn die 
Forschungen über Gerüche in sichere Bahnen gelenkt worden sind. In 
der vorliegenden Abhandlung behandelt er speciell die Combinationen und 
Compensationen. 
Die Geruchsempfindungen erwecken in uns vage Empfindungen, welche 
von sehr starken Emotionen begleitet sind. Letztere beherrschen uns,
        

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