Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Simon: Expériences de suggestions sur les débiles. Année psychologique 6, 441-484. 1900
Person:
Stern, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit31908/1/
Literaturbericht. 
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Bei den weniger ernsten Griechen war es verhältnifsmäfsig selten. Aehn- 
liche Verhältnisse findet man in neneren Zeiten. Goddam war zeitweilig 
der Spitzname des religiösen Engländers. 
Man ist leicht geneigt die Frage nach dem Zweck des Fluchens dahin 
zn beantworten, dafs es eine Art von xâ&açots sei : Man wird die Spannung 
los, die unerträglich geworden ist Der Verf. lehnt jedoch diese Theorie 
ab, oder will ihr wenigstens nur untergeordnete Bedeutung beimessen. Die 
Sprechorgane sind kein besonders geeigneter Canal zur Ableitung über¬ 
schüssiger Energie. Er zieht es vor, die Gewohnheit des Fluchens genetisch 
zu erklären. Der Urmensch, der einen Gegner abzuwehren hatte, bediente 
sich aller möglichen Mittel, um ihm Schrecken einzujagen. Hierzu sind 
natürlich die Namen von Naturgewalten (Donnerwetter) und Gottheiten 
ganz besonders geeignet. Je gröfser der shock ist, den die Worte her- 
vorrufen, um so besser für den, der sie gebraucht. Die Entwickelung der 
religiösen Anschauungen macht dann die Wahl der Fluchworte, wie wir 
sie jetzt finden, leicht verständlich. Max Meyer (Columbia, Missouri). 
Raymond Dodge. The Psychology of Reading. Psychol. Review 8 (1), Ö6—60. 
1901. 
Dodge kritisirt Zeitler’s Artikel „Tachistoskopische Versuche über 
das Lesen“ in Wundt’s Studien, Bd. 16. Er hält Zeitler’s Unterscheidung 
zwischen Lesen mit Apperception und mit Assimilation für nicht glücklich 
und wendet sich namentlich gegen die Behauptung Zeitler’s, dafs seine 
Versuchspersonen während der kurzen Darbietungszeit von 0,01" bis 0,1" 
eine Bewegung der Aufmerksamkeit über einzelne Buchstaben der gelesenen 
Wörter wahrgenommen hätten. Max Meyer (Columbia, Missouri). 
Simon. Expériences de suggestions sur les débiles. Année psychologique 0, 
441—484. 1900. 
Eine Reihe von ,tests', welche Binet zur Prüfung der Suggestibilität 
in seinem Buch „la Suggestibilité“ beschrieben und unter Anderem an 
normalen Schulkindern angewandt hat, werden von Simon an 27 geistig 
schwachen Kindern executirt. Diese Kinder zeigten ebenfalls einen hohen 
Grad suggestiver Beeinflufsbarkeit, doch blieben sie hierin hinter den 
normalen Kindern zurück. S. analysirt die Ergebnisse im Einzelnen und 
sucht nach ihnen die Kinder in eine Reihe von Typen einzutheilen. 
W. Stern (Breslau). 
Emil Kräpblin. Einführung in die Psychiatrische Klinik. Dreifsig Vorlesungen. 
Leipzig, J. A. Barth, 1901. 328 S. 
In manchen Kliniken ist es Sitte, dafs der Lehrer am Schlüsse des 
Semesters seinen Zuhörern eine gedruckte Uebersicht über die im Laufe 
des Semesters vorgestellten Krankheitsfälle mit besonderer Hervorhebung 
der wichtigsten Gesichtspunkte zukommen läfst. Das ist entschieden nach- 
ahmenswerth; der jedesmalige Gebrauch des Heftes wird den Studenten 
an die in der Klinik empfangenen Eindrücke lebhaft erinnern und eine 
Wiederholung der Anschauung ermöglichen.
        

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