Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
M. W. Calkins: An Attempted Experiment in Psychological Aesthetics. Psychol. Review 7 (6), 580-591. 1900
Person:
Meyer, Max
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit31900/1/
titeraturberieht. 
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zweigliedrigbewufst gewordene Associationen, Associationen, in denen 
sich dem A-Phänomen sofort ein /^-Phänomen anschliefst, das dem Er¬ 
lebenden deshalb auffällig ist, weil es nicht mit dem A-Phänomen in einem 
Zusammenhänge steht, wie er sonst bei Associationen beobachtet su werden 
pflegt.“ Nach C. „ist die mittelbare Association su verstehen als ein 
Specialfall der directen s weigliedrigen Associationen, in denen das 22-Phänomen 
ein Vorstellungen-Complez (Begriffssphäre) ist.“ Der Verf. sucht dann zu 
zeigen, dafs die Bildung des Terminus »mittelbare Association« auf einem 
Mifsverständnifsberuht. „»Vermittelt« wird die in Frage stehende Association 
durch das aus dem A-Phänomen perseverirende Moment; auf diese Ver¬ 
mittelung kann das Wort »mittelbar« nicht gehen; denn gleiche Ver¬ 
mittelung ist auch bei jeder directen Association der Fall. Der Unterschied 
zwischen den beiden Associationsformen liegt nicht in der Verknüpfung 
des A- mit dem B-Phänomen, sondern darin, welcher Bestandteil des 
/2-Complexes klar und deutlich wird. Sind in den meisten Fällen die 
Elemente, die sich innerhalb des /2-Complexes zu einer deutlichen Vor¬ 
stellung zusammenschliefsen, unmittelbar auf den perseverirenden, den 
/2-Complex anregenden Bestandteil des A-Phänomens bezogen, so haben 
in unserem Specialfall die zu einer Vorstellung zusammenschliefsenden 
reproductive» Elemente ihren Assimilationsmittelpunkt aufserhalb jenes 
perseverirenden Bestandteils. Es ist also im ersteren Falle die Verwandt¬ 
schaft der hervortretenden Vorstellung mit dem A-Phänomen tatsächlich 
eine nähere, unmittelbarere, als im letzteren. Und deshalb, meine ich, ist der 
nun einmal eingeführte Ausdruck »mittelbare« Association als Gegensatz 
von »unmittelbar« oder »direct« erträglich.“ 
Die Arbeit wurde in Wundt's Laboratorium während eines Zeitraums 
von S Semestern ausgeführt. Sie ist in hohem Grade interessant. Reich 
an mitgetheiltem Versuchsmaterial wie an neuen Gesichtspunkten, wird 
sie zu mannigfachen weiteren Arbeiten auf diesem noch viel umstrittenen 
Gebiete Anlafs geben. Der Verf. bedauert, dafs er seine Arbeit aus Mangel 
an Zeit unterbrechen mufste, hofft aber mit dem vorliegenden anderen 
Arbeitern unnöthige Mühe erspart zu haben. Wie man den Folgerungen des 
Verf.’s auch gegenüberstehen mag, so wird man ihm für die sorgfältige 
Durchführung der Untersuchung und die Anregungen, die sie bietet, immer 
zu grofsem Danke verpflichtet bleiben. — Kiesow (Turin). 
M. W. Calkins. An Attempted Experiment in Psychological Aesthetics. Psychol. 
Review 7 (6), 580—591. 1900. 
Mifs Calkins suchte festzustellen, wie und warum Personen von ver¬ 
schiedenem Lebensalter gegenüber verschiedenen bildlichen Darstellungen 
sich verschieden verhalten. Zwei Bilder wurden gezeigt, eine farbige 
Lithographie, darstellend ein junges Mädchen, und eine farblose Photo¬ 
graphie von Chantron’s Souvenir. Das Bild, das der Versuchsperson besser 
gefiel, wurde dann noch einmal mit einem dritten Bilde verglichen, einer 
Photographie eines violinspielenden Engels. Die Versuchspersonen wurden 
o Classen entnommen, 1. dem Kindergarten, 2. dem vierten Schuljahr, 
3. dem neunten Schuljahr, 4. dem ersten Collegejahr, 5. dem vierten College-
        

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