Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
H. Judd: A Study of Geometrical Illusions. Psychological Review 6, 241-261. 1899
Person:
Heymans
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit31894/1/
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Literaturbericht. 
Ablenkung die Zahl dieser Antworten. — Bei einer zweiten Versuchsperson 
zeigte sich keine Verschiedenheit im aufmerksamen und abgelenkten Ver¬ 
halten. W. Stehn (Breslau). 
C. E. Seashore und M. C. Williams. An Illusion of Length. Psychol. Bevietr 
7 (6), 592—599. 1900. 
Wenn man eine gerade Linie doppelt so lang zu machen sucht wie 
eine gegebene Grade, so macht man die längere Linie etwas zu kurz, d. h. 
man überschätzt ihre Länge. Diese Täuschung wird in speciellen Fällen 
untersucht. 1. Iqj Falle eines Doppelquadrats ist die Täuschung wirksam 
sowohl für horizontale als für verticale Lage ; sie ist stärker als die be¬ 
kannte Ueberschätzung verticaler Linien im Vergleich zu horizontalen. 
2. Im Falle der Schenkel eines rechten Winkels, von denen der eine doppelt 
so lang ist wie der andere, tritt die Täuschung ebenfalls auf. 3. In 
parallelen Linien, von denen die eine doppelt so lang wie die andere ist, 
wird die längere ebenfalls überschätzt; aber die Täuschung ist in diesem 
Falle nicht sehr stark. 4. Keine Täuschung ist zu beobachten, wenn an 
Stelle der parallelen Linien Punktdistanzen verglichen werden. Die Verff. 
erklären diese Täuschungen durch Augenbewegungen und Contrast. 
Letztere Bedingung scheint ihnen besonders wirksam bei Kindern. 
Max Meyer (Columbia, Missouri). 
H. Judd. A Study of Geometrical Illusions. Psychological Beriete 6, 241-261. 
1899. 
Der Verf. glaubt (wesentlich in Uebereinstimmung mit der 1897 vom 
Referenten entwickelten Anschauung) die PoGOENDORFF’sche und die 
ZöLLNER'sche Täuschung primär auf eine Fehlschätzung linearer Distanzen, 
genauer auf eine Verschiebung von Punkten in Bezug auf andere Punkte 
im Gesichtsfelde, zurückführen zu müssen ; so zwar, dafs Augenbewegnngen 
von einem zum anderen Punkte, und damit die entsprechenden Distanien, 
über- bezw. unterschätzt werden, je nachdem der weitere Inhalt des Ge¬ 
sichtsfeldes dazu angethan ist, Bewegungstendenzen entgegengesetzter beiw. 
gleicher Richtung zu erregen. Quantitative Versuche über die Vergleichuug 
von Theilen einer horizontalen Linie, welche entweder durch verticale oder 
durch schiefe Parallellinien begrenzt werden, sowie mehrfache Modificationen 
der PoGGENDORFF’schen Figur scheinen diese Ansicht zu bestätigen. 
Heymans (Groningen). 
J. R. Angell u. W. Fite. The Monaural Localization of Sound. Psychol. Rn. 
H (3), 225—246. 1901. 
Angell und Fite machten Versuche über Schalllocalisation mit einem 
Mann, der auf dem einen Ohre völlig taub war. Wenn der Schall von der 
Seite des tauben Ohres kam, war die Localisation schlecht, ziemlich gut 
dagegen, wenn von der Seite des gesunden Ohres. Die Localisation scheint 
in diesem Falle durch qualitative Verschiedenheiten ermöglicht zu sein, je 
nachdem der Schall von der einen oder anderen Richtung kommt. Wie 
diese qualitativen Verschiedenheiten zu Stande kommen, darüber machen
        

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