Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Warner Fite: The Associational Conception of Experience. Philos. Review 9, (3), 268-292. 1900
Person:
Stern, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit31698/1/
Literaturbericht 
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and eindeutigen Bezeichnungen der elementaren Sinnesempfindungen liefern 
die besten, die höhere seelische Zustände bezeichnenden Abstract» die 
schlechtesten A. Dabei mufs noch Eines auffallen. Pat hat am häufigsten 
in Adjectiven geantwortet; und da andererseits di© Adjectiva der 1. Ab» 
theilung di© besten A. lieferten, so darf man wohl annehmen, dais beides 
seinen Grund darin habe, dafs der Voratellungsschatz der Pat. hauptsftch- 
lieh aus Adjectiven besteht. Daher werden diese Worte, da sie ihr am 
geläufigsten sind, von ihr am meisten zu Antworten verwandt. Anderer¬ 
seits liefern sie aber auch di© besten A. ; denn ihr Bekannt- und Geläufig¬ 
sein besteht ja gerade in ihrer reichlichen associativen Verknüpfung. Jedem 
Wort© kommt daher auch eine subjective Qualität zu, die eben in seiner 
Geläufigkeit besteht und die objective Qualität der A. beeinflußt. 
Die Dauer der A. erwies sich von verschiedenen Factoren abhängig. 
Je höher eine A. qualitativ steht, einen je weiteren Weg also die Versuchs¬ 
person vom Reizwort zur Antwort zurückzulegen hat, um so mehr Zeit ist 
dazu erforderlich, um so größer ist also die Dauer der A. Dies gilt jedoch 
nur für Reactionen auf ein und dasselbe Wort. Kommen mehrere Reiz¬ 
worte in Betracht, so macht sich ein zweiter, mit dem ersten zum Theil 
concurrirender Einfluß geltend: die subjective Qualität des Reizwortes. Je 
geläufiger es nämlich dem Reagenten ist, um so leichter und schneller führt 
es zu fernliegenden also hochstehenden A. Bei Vergleichung größerer 
Gruppen ist also die Dauer bei derjenigen di© größte, welche die gering 
werthigsten A. liefert. Schließlich übt auch noch die Hebung einen ver¬ 
kürzenden und ebenso verbessernden Einfluß auf die A. aus. 
Eine Fixirung der Antworten, wie man sie hei der häufigen Wieder¬ 
holung der Versuch© erwarten könnte, trat nur in geringem Maaße ein; 
alsdann in enger Beziehung zur subjective« Qualität des Reizwortes. Je 
höher dieses stand, je besser daher auch die zugehörige A. war, um so 
geringer war die Fixirung. Die schlechtesten A. boten die meisten Chancen 
zur Wiederholung. Mosmxwicz (Breslau). 
Warnbb Fits. The Assoctatioi&l Conception of Experience. Philos. Review 9, 
(3), 268—292. 1900. 
Verf. unterzieht die Behauptung der Associationisten, daß unsere Ge¬ 
dankeninhalte und Kategorien lediglich aus der Erfahrung stammen, einer 
Prüfung und kommt zu dem Resultat, daß nicht die Erfahrung durch regel¬ 
mäßige Wiederholung Begriffe wie Raum und Causalität schaffe, sondern 
daß vielmehr Erfahrung erst zu Stande komme durch urtheilende Ver¬ 
arbeitung der gegebenen ungeordneten Eindrücke, d. h. auf apperceptivem 
Wege. Der Associationismus ist nicht eine empirische Theorie, sondern 
eine physiologische Hypothese. W. Stern (Breslau). 
G. Saint-Paul, fétide des langues an point de ?ne psycho-physiologique. 
Rep. scientifique 12 (2), 43—48. 1899. 
Ausgehend von einer kurzen Besprechung der verschiedenen Typen 
des inneren Sprechens und des Wortgedächtnisses scheidet der Verf. jenen 
Vorgang der Spracherlernung, wobei analog dem Erlernen der Muttersprache
        

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