Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rud. Eisler: Wörterbuch der philosophischen Begriffe und Ausdrücke quellenmäßig bearbeitet. Berlin, Mittler u. Sohn, 1899-1900. 956 S
Person:
Ebbinghaus
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit31667/1/
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Bro. Eisler. ff!rf«ri*c& im iMiitjliitiw Bafrtfti o4 kmaiiicfca 
■Ullg ImMtli Berlin, Mittler u. Sohn, 1809 1900 966 S. 
Der Vert Mt »ich eia hohe* Ziel gesetzt. Er will .die mannigfachem 
Begriffsbestimmungen, wie sie im Geiwnnntgebiete der Philosophie be¬ 
gegnen, In ihren wichtigerem Modificmtioneo vom Altert ha me bis zur 
jüngsten Gegenwart“ qnelleiimafirig 'and geordnet sufführen. Eime Ge¬ 
schichte der philosophischen Terminologie in alphabetischer Anordnung 
beabsichtigt er zu geben, zunächst für die Hauptdlsciplin,en. Metaphysik 
und Erkenntnistheorie, aber doch mach mit Berücksichtigung der übrigen, 
i. B. der Psychologie. Dem Fachmann hofft er damit nicht unwillkommen 
zu sein; tot Allem aber will er rden Studirenden sowie allen Jenen, 
die mit der Philosophie »ich beschäftigen“, ein Hülfsbuch „för die erste 
Ortentirnng in der Entwickelung bestimmter Begriffe sowie insbesondere 
für die Lektüre der Philosophen“ an die Hand geben. 
An Keife hat es der Verf. nicht fehlen lassen : anfeer den Haupt¬ 
werken aller wichtigeren Philosophen hat er o. A. höchst, entlegene 
Scholastiker und höchst unbedeutende Zeitschriftaufsitze der Gegenwart 
för »eine Zwecke ausgezogen. Aber im Uebrigen ist. er einem so grofeen 
Unternehmen in keiner Weise gewachsen, soweit ■— selbstverständlich — 
es ttberhaupt möglich ist, dafe ein Einzelner ihm gewachsen sein könnte. 
Es fehlt ihm durchaus an der nöthigen historischen und systematischen 
Durchbildung, am das Prägnante, Bedeutende, inaafsgcbend Gewordene 
herausznheben und das Nebensächliche, Untergeordnete laufen zu lassen 
oder doch als solches zu kennzeichnen, um die höchst verschiedenen Be¬ 
ziehungen auseinanderzuhalten oder irgendwie anzudeuten, in. denen oft 
derselbe Begriff von verschiedenen Autoren, oder auch von demselben 
Autor an verschiedenen Stellen, erläutert wird. Wahllos und ohne erkenn¬ 
bare leitende Gesichtspunkte begnügt er sich, ungeheure Ci taten massen 
Aber den Leser auszuschütten. 
Wem ist %. B. damit gedient, unter „Wille“ die Aussprüche von einigen 
70 Autoren von Xehophom bis zu R. Wahl* zu vernehmen, die ihm. ohne 
andere als chronologische Ordnung und ohne jede Gliederung auf 7 Seiten 
kleinen Drucks vorgeführt werden? Was mach© ich mit 97 Citaten auf 
4 7t Seiten Über rVernunft“, unter denen z. B. Herbabt naît 1 Zeile abge¬ 
funden wird, während Kruo Ihrer mehr als ? bekommt? oder mit 7 Seiten 
Über „Philosophie“, 10 über „Wille“, 13 über „Urtheil“ u. s. w.? Der Fach¬ 
mann kann der Masse vielleicht einige ihm sonst nicht zugängliche Notizen 
entnehmen oder an etwas erinnert werden, was er sonst unbeachtet ge¬ 
lassen hätte. Aber für di© Studirenden und Liebhaber der Philosophie, 
denen das Buch „vor Allem“ zu Hülfe kommen, will, ist sein sinnloser 
Ueberflufs vollkommen werthlos. Die grofse Masse der Citate verstehen 
sie überhaupt nicht, weil dazu eine gewisse Kenntnifs der Autoren gehört, 
von denen sie herrflhren, und das was sie in seiner Abgerissenheit ver¬ 
stehen, kann nur dazu dienen, sie heillos zu verwirren. 
Dem gegenüber zeigen andere Artikel eine bedauerliche Dürftigkeit, 
namentlich, wie mir scheint, Artikel aus dem Bereich der Psychologie. 
„Aphasie“ z. B wird in 12 Zeilen abgehandelt, von denen noch dazu 5 auf 
•die alte skeptische Aphasie kommen; als Gewährsmänner für die wichtige
        

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