Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
G. Flatau: Ueber psychische Abnormitäten bei an Veitstanz leidenden Schulkindern. Zeitschr. f. pädag. Psychol. 1 (2), 85-88. 1899
Person:
Stern, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit31641/1/
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Literaturbericht. 
% 
„Lesefeldes“ wurde sodann durch successive Darbietung eines meistentheils 
zusammenhängenden Stoffes in Streifen von je 1,75 bis m je 4 cm im 
CATTELL’sclien Fallapparat mit 15 a Expositionszeit festzustellen gesucht. 
Das wichtigste Ergebuifs sind hier die individuell und temporär variablen 
Assymmetrien des Feldes zum Fixationspunkt. Es fragt sich jetzt nur, in 
wie weit dieselben einer zufälligen Excentricität des äufseren oder „inneren“ 
Blickpunktes im Momente der Exposition oder einer Wanderung des 
„inneren“ Blickpunktes während der Exposition selbst zuzuschreiben sind. 
Wibth (Leipzig). 
G. Flatau. Ueber psychische Abnormitäten lei ti Veitstanz leidenden Schal- 
kindem. Zeitschr. f. pädag. Psychol. 1 (2), 86—88. 1899. 
Fl. giebt eine für Pädagogen bestimmte Darstellung des Veitstanzes 
bei Kindern. Er schildert besonders den Gemüthszustand während der 
Erkrankung, die selbst oft aus Gemüthabewegungen entsteht. „Sobald das 
Leiden richtig erkannt ist, mufs es das Erste sein, jede Gelegenheit zo 
psychischen Erregungen zu beseitigen.“ W. Stern (Breslau). 
J. W. Slaughter. Disturbances if Apperception la Insanity. Amer. Journ. li 
(3), 303—311. 1300. 
Verf. lenkt die Aufmerksamkeit auf einige der bisherigen Versuche, 
welche zur engeren Angliederung der Psychopathologie an die Psychologie 
des normalen Individuums gemacht wurden, und will selbst einige Finger 
zeige hierfür geben. Von den STouT’schen Gedankengängen ausgehend, 
nimmt er die „Apperception“ in dem weitesten Sinne, wonach sie alle, 
auch die untersten, psychischen Gestaltungsvorgänge wie in einem „hier¬ 
archischen“ System umfasse, dessen Spitze das judgment bilde. Alle 
Geistesstörungen zeigen sich schliefslich in solchen oberflächlicher oder 
tiefer begründeten Störungen des judgment. Am genauesten wird dies für 
die hallucinatorische Illusion durchzuführen gesucht, die als „Assimilation* 
an die subjective Gesammtverfassung zum alltäglichen und normalen 
Mangel an Objective tat der Auffassung in Analogie gesetzt wird. 
Wibth (Leipzig). 
Th. Heller. lehir Schwaikiigeji der SliiiSicMrfe Schwach®Inniger. Zeit¬ 
schrift f. päd. Psychol, u. Pathol. 2 (1), 190—192. 1900. 
Verf. theilt zwei selbstheobachtete Fälle von Sinnesschwankungen 
schwachsinniger Knaben mit, wobei es sich um zeitweise rapide Abnahme 
der Sehschärfe, resp. der Hörschärfe während des Unterrichts handelt. 
Aerztlielie Untersuchung ergab beide Male einen vollkommen normalen 
Befund der betreffenden Organe. Verf. vermuthet, dafs hier centrale Er 
mftdung vorliegt, die im Gegensatz zur geistigen Ermüdung Vollsinniger 
allein die Function eines einzigen Sinnesorgans zu hemmen scheint. 
W. Stern (Breslau).
        

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