Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
H. E. Hering: Ueber Großhirnreizung nach Durchschneidung der Pyramiden oder anderer Theile des centralen Nervensystems mit besonderer Berücksichtigung der Rindenepilepsie. Wiener klin. Wochenschr. 12 (33), 831-833. 1899
Person:
Merzbacher
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit31593/2/
Literaturbericht. 
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ieigt rich, dafs ein und dieselbe Bahn Muskelcontraction und Muskel¬ 
erschlaffung vermitteln kann. 
Specifische Leitungsbahnen zur Vermittelung der „Rindenepilepsie“ 
sind nicht nachweisbar; auf jeder corticofugalen Bahn ist es möglich von 
der Rinde aus klonische Krämpfe auszulösen, nur ist die Erregbarkeit der 
verschiedenen Bahnen eine verschiedene. Die Pyramidenbahnen erweisen 
sich besonders leicht erregbar. Merzbacher (Strafsburg i. E.). 
H. Magnus. Die Anatomie des Auges in ihrer geschichtlichen Inf Wickelung 
13 farbige Tafeln mit 28 S. Text. {Augenärztliche Unterrichtstafeln, hrsg. 
von H. Magnc8, Heft XXI.) Breslau 1900. J. U. Kern’s Verlag (Max 
Müller). 
Bereits im Jahre 1877 hat der Verf. als Beilageheft zu Zehendeb’s 
kl. Monatsblättern elf „Historische Tafeln zur Anatomie des Auges“ veröffent¬ 
licht Jetzt läfst er als weitere Frucht seiner verdienstlichen Studien in 
der von ihm selbst herausgegebenen Reihe „Augenärztlicher Unterrichts- 
tafeln“ eine von einem Texthefte begleitete Sammlung von 13 Tafeln er¬ 
scheinen, welche die geschichtliche Entwickelung der Anatomie des Auges 
von Demokrit von Abdera an bis zu der am Ende des 19. Jahrhunderts 
veröffentlichten allgemein bekannten und benutzten Unterrichts-Wandtafel 
von Flemming zeigen. 
Aus diesen Tafeln geht hervor, dafs unsere Erkenntnifs von dem Bau 
des menschlichen Auges sich nicht in einer aufsteigenden Linie vollzogen 
hat, sondern dafs ein erstes Maximum bei Galen im zweiten Jahrhundert 
nach Ohr. Geb. liegt, dessen Anschauungen geltend blieben, bis die Wissen¬ 
schaft in die Hände der Araber gerieth. Mit dieser Periode begann im 
8. nachchristlichen Jahrhundert dann eine rückläufige Bewegung: Man machte 
selbst keine Zergliederungen des Auges mehr, sondern beschränkte sich 
darauf die Darstellungen zu wiederholen, welche man bei den älteren vor- 
galenischen lateinisch-griechischen Autoren fand. Das ganze abendländische 
Mittelalter und auch der Beginn der neueren Zeit bis zur Mitte des 17. Jahr¬ 
hunderts stehen noch unter dem Einflufs dieses Rückschlages. Eine neuere, 
bessere Erkenntnifs der Ophthalmo-Anatomie wird nun aber nicht von den 
Medicinern herbeigeführt, sondern es sind die Mathematiker und Physiker, 
die durch das Studium der Vorgänge beim Sehen auf die Anatomie 
des Auges gewiesen werden und nun hier den endgültigen Umschwung 
herbeiführen, der dann in stetem Anstieg zu dem unzweifelhaft gesicherten 
Wissen der Neuzeit Über die makroskopische Anatomie des Auges führt. 
Um jedoch völlig gerecht zu sein, mufs bemerkt werden, dafs anfänglich 
auch noch Mathematiker und Physiker auf den falschen Bahnen wandelten. 
Maubolycus und Baptista Porta waren von einer richtigen Auffassung noch 
weit entfernt; erst die Abbildung, welche der bekannte Jesuitenpater 
Soueiner in seinem Werke: „Oculus“ (1621) bringt, „zeigt uns wieder die mit 
Messer und Pincette frisch und fröhlich am Secirtisch thätige Anatomie“, 
nachdem Jahrhunderte lang vorher alles in Dogmatismus erstarrt war. 
Während Magnus in der älteren oben erwähnten Studie (1877) die 
antike Ophthalmo-Anatomie nur insofern berücksichtigte, als er einige aus
        

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