Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
H. Gale: On the Psychology of Advertising. Psychological Studies by Gale (1), 39-69. 1900
Person:
Ettlinger
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit31555/2/
Li ter a turberich t. 
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der letzteren geschwächt Bei weiblichen Versuchspersonen war die Wirkung 
von Bildern eine gröfsere als bei männlichen. Noch künstlicher als hierbei 
waren die Bedingungen bei der Untersuchung der Wirksamkeit auf die 
Kauflust, so dafs auch hier die Resultate in praktischer Beziehung ebenso 
bedeutungsarm sind als in psychologischer. Ettlingeb (München'). 
W. Fite. Contiguity and Similarity. Philos. Rev.. 9 (6), 613—629. 1900. 
F. ist Apperceptionist und sucht als solcher nachzuweisen, dafs die 
beiden Hauptgesetze der Association, das der Contiguität und das der 
Aehnlichkeit, als psychologische Gesetze vom Associationismus nicht erklärt 
werden können. Sofern Contiguität auf Bewufstseinsinhalte bezogen wird, 
gehört zu ihr nicht nur die Beziehung gleichzeitiger Vorstellungen, sondern 
auch das Bewufstsein dieser Beziehung. Dies Bewusstsein aber ist nicht 
als dritter hinzukommender Inhalt denkbar, sondern entspringt der geistigen 
Activität, welche den einzelnen Elementen übergeordnet ist. Ebenso hat 
Aehnlichkeit nur Sinn, sofern nicht nur ähnliche Vorstellungen, sondern 
auch ein sie constatirendes Bewufstsein vorhanden ist. — Das Contiguitäts- 
gesetz ist wenigstens als physiologisches Associationsgesetz sinnvoll, indem 
es räumlich-mechanische Beziehungen zwischen Gehirnelementen ausdrückt; 
das Aehnlichkeitsgesetz ist dagegen nicht physiologisch umdeutbar. 
W. Stern (Breslau). 
F. Kemsiks. SedächtnifaintersQchuDgeu &n Schülern. Zeitschr. f.pädag. Psychol, 
ii. Pathol. 2, 21-30, 84-95. 1900. 
Die vorliegenden Massenuntersuchungen K.’s (welche später auf dem 
Wege des Einzel versuche ergänzt werden sollen) gelten hauptsächlich der 
Frage, welche Lernmethode (die akustische, visuelle oder akustisch¬ 
visuelle) die geeignetste sei. Das Lernmaterial bestand aus Lern¬ 
stücken, die aus zehn lateinischen zweisilbigen Vocabeln. mit deren 
deutschen zweisilbigen Bedeutungen zusammengesetzt waren. Ein Lern- 
stück wurde fünfmal hinter einander dargeboten ; sodann hatten die Schüler 
das Behaltene niederzuschreiben. Die Darbietung geschah bei einem Lern¬ 
stück akustisch durch Vorlesen, bei einem zweiten visuell durch Zeigen 
der gedruckten Worte, beim dritten combinirt durch lautes Vorlesen der 
sichtbaren gedruckten Worte. 
Bei der Verwerthung waren die Hauptgesichtspunkte : Feststellung der 
Quantität des überhaupt Behaltenen, Feststellung der Qualität der Leistung, 
d. h. der richtig verknüpften Vocabeln und Bedeutungen. Das Haupt¬ 
resultat bestand in einem bedeutenden Ueberwiegen der rein akustischen 
Methode über die visuelle, sowohl der Quantität als auch, und zwar in 
höherem Maafse, der Qualität nach. Die combinirte Methode (die in der 
Praxis häufigste) weist, was überraschend scheint, keinen Vorzug, eher eine 
gewisse Minderwerthigkeit gegenüber der rein akustischen auf. Bei dem 
Zusammenwirken der beiden Hauptsinne scheint sich also gegenseitige 
Unterstützung einerseits, Zersplitterung der Aufmerksamkeit andererseits 
die Wage zu halten. Von weiteren Resultaten sei noch dieses erwähnt: 
Vergleicht man die Ergebnisse verschiedener Classen, so zeigt sich ein 
schnelleres Steigen der Qualität als der Quantität der Gedächtnifsleistungen. 
W. Stern (Breslau).
        

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