Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
E. De Cyon: L'orientation chez le pigeon voyageur. Rev. scientifique 13 (12), 353-359. 1900
Person:
Schaefer
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit31530/1/
Literaturbericht. 
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einstimmnng, als er selbst herausliest, wie überhaupt die Angaben nicht 
hinreichend ausgenutzt und interpretirt sind. Die betreffenden Versuche 
wurden zudem an jeder Versuchsperson nur ein einziges Mal ausgeführt 
Ich schlage ihm noch einen anderen Versuch vor. Er bestimme an sich 
selbst die Schwellen für Süfs und Salzig, thue dann zu einem Quantum 
der Flüssigkeit von der Süfsschwelle soviel Salz, als seiner Salzschwelle 
entspricht, und er wird vielleicht die von mir beschriebene Erscheinung 
erkennen. Er schalte hierbei alle störenden Factoren aus, bringe die Sub¬ 
stanz auf eine begrenzte Schmeckstelle, aber er lasse sie nicht herunter¬ 
schlacken. 
Der Verf. discutirt dann die Frage, dafs Salzlösungen unterhalb der 
Salzschwelle schon fade und laugig schmecken. Dies ist, wie er auch weifs, 
von mir wiederholt betont worden und diese von mir gefundene Thatsache 
ist der Ausgangspunkt meiner mit Dr. Höber zusammen unternommenen 
Untersuchung über den Geschmack von Salzen und Laugen gewesen 
{Zeitsehr. f. phys. Chemie 27, 4). Der Verf. scheint diese Arbeit nicht zu 
kennen. Er mag die dort mitgetheilten umfangreichen Versuchsreihen und 
Ergebnisse aber doch selbst nachlesen. 
Der Verf. wird wohl nicht im Ernst glauben (es geht aus seiner Arbeit 
nicht klar hervor), dafs es meine Ansicht sei, die ungeheure Anzahl der 
sogenannten Geschmacksempfindungen des populären Bewufstseins gingen 
aus einer Mischung der vier Geschmacksqualitäten Süfs, Salzig, Sauer und 
Bitter hervor. Mir ist wenigstens nicht bekannt, wo ich Derartiges gesagt 
haben sollte. Wo sich so viel Empfindungen vereinigen können, wie im 
Mundraum, wo sich, wie ich zeigen konnte, anf dem engbegrenzten Raume 
einer einzigen geschmacksempfindlichen Papille vier Sinnesgebiete, noch 
dazu mit verschiedenen Qualitäten vereinigen können, liegt der Schlufs nur 
zu nahe, dafs bei der Aufnahme der Nahrung auch alle betheiligt sind. 
Eine hervorragende Rolle kommt hier, wie wohl bekannt ist, in erster Linie 
dem Geruchssinn und sodann dem Tastsinn in allen seinen Abstufungen 
(Betheiligung der festeren und weicheren Mundtheile u. s. w.) zu, und be¬ 
sonders, wenn man den Schwerpunkt auf die Gefühlsseite verlegt. Ich 
habe in meinen Arbeiten angegeben, von wem die leichte, auch vom Verf. 
benutzte Ausschaltung des Geruchssinnes stammt, er unterläfst dies. 
Den Rest der Arbeit bilden Mittheilungen über die Ergebnisse von 
Versuchsreihen, die an einer anosmotischen Dame angestellt wurden. Der 
Verf. fafet diese Ergebnisse selbst allgemein folgendermaafsen zusammen: 
.On the whole the experiments confirm, so far as they go, the hypothesis 
made in this article, and, while not diminishing the importance which has 
been given to sensations of smell in the „tastes“ of common experience, they 
indicate that touch and muscle sensations play an unexpectedly important 
part.“ Kiesow (Turin). 
E. de Cyos. L’orientation chez le pigeon voyageur. Rev. scientifique 13 (12), 
353—359. 1900. 
Die Brieftauben benutzen zur Orientirung über ihren Weg nicht nur 
Gesichtseindrücke und Geruchswahrnehmungen sondern auch Druck-,
        

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