Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F. Himstedt und W. A. Nagel: Die Vertheilung der Reizwerthe für die Froschnetzhaut im Dispersionsspectrum des Gaslichtes, mittels der Actionsströme untersucht. Berichte d. Naturforschenden Gesellschaft z. Freiburg i. Br. 11 (3), 153-162. 1901
Person:
Abelsdorff, G.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit31472/1/
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Literaturbericht. 
F. Himstedt u. w. a. Nagel. Die Vertheilung der Reixwerthe flr die Frosch* 
netzhant im Dlsperslonsspectrum des Gaslichtes, mittels der Aetiaisstrftme 
untersucht. Berichte d. Natur for sehenden Gesellschaft z. Freiburg i. Br. 11 
(3), 153-162. 1901. 
Die Mangelhaftigkeit unserer Kenntnisse von den Farbenempfindungen 
der Thiere beruht im Wesentlichen auf der Unbrauchbarkeit der nur sehr 
problematische Schlüsse gestattenden Untersuchungsmethoden. Bei der 
allgemein biologischen und speciell physiologischen Wichtigkeit des 
Problems ist jeder kleine Schritt vorwärts auf diesem Gebiete mit Freuden 
zu begrüfsen; in der vorliegenden Abhandlung scheinen die Verff. einen 
noch weitere Erfolge versprechenden Weg betreten zu haben. Als objectives 
Merkmal der Reizwerthe verschiedenfarbiger Lichter benutzten sie die von 
Holmgren zuerst beschriebenen, bei Lichteinwirkung eintretenden Schwan¬ 
kungen des abgeleiteten elektrischen Stromes, die sogenannten Actions¬ 
ströme der Retina. Die Versuche wurden zunächst auf das Froschauge be¬ 
schränkt, und es ergab sich ein bemerkenswerther Unterschied zwischen 
im Dunkeln und im Hellen gehaltenen Augen. Während für letztere im 
Spektrum des Gaslichtes das Maximum der Reiz Wirkung bei Gelb in der 
Gegend der Natriumlinie liegt, tritt für Dunkeiaugen eine Verschiebung des 
Maximums nach dem kurzwelligen Ende bis zur Wellenlänge 544 ein; 
ein Unterschied, der um so interessanter ist als das Helligkeitsmaximum 
beim menschlichen Auge eine Verschiebung in demselben Sinne erfährt 
G. Abelsdorfp (Berlin). 
A. D ru a ult. Recherches sur la pathogénie de l’amaurose quinique. Paris, 
G. Steinheil, 1900. 80 S. 
Die deletäre Wirkung, welche der Gebrauch mancher, z. Th. auch als 
Arzneimittel verwandter Stoffe auf das Sehorgan ausüben kann, hat D. 
speciell am Chinin einer experimentellen Prüfung unterzogen. Wenngleich 
die Einzelheiten dieser interessanten Monographie mehr das Interesse des 
Klinikers und Pathologen in Anspruch nehmen, so sei an dieser Stelle 
doch das wichtige Ergebnifs hervorgehoben, dafs der schädigende Einfiufs 
von Chininvergiftung am Auge in einer Läsion der retinalen Ganglienzellen 
mit consecutiver Sehnervendegeneration zum Ausdrucke kommt 
G. Abelsdorff (Berlin). 
M. Meyer. Die Tonpsychologie, ihre bisherige Entwickelung und ihre Be¬ 
deutung für die musikalische Pädagogik. Zeitschr. f. pädag. Psychol. 1, 
74-85, 180—189, 245-254. 1899. 
Der erste Theil giebt eine kurze Uebersicht über den gegenwärtigen 
Stand der Lehre von der Klangfarbe und der Consonanz, w’obei M. auch 
seine eigenen, den Lesern dieser Zeitschrift bekannten Anschauungen, die 
zum Theil von denen Stumpf's stark abweichen, zum Ausdruck bringt. — 
Der zweite Theil wirft die Frage auf, wie zur Musik erzogen wTerden solle 
und könne. Mit Recht weist M. phantastische Vorschläge von Theoretikern 
zurück, die der Musiktheorie und -Geschichte einen ganz abnormen Um¬ 
fang im Unterricht zuerkennen wollen, und betont, dafs eine Hauptforde¬ 
rung zur Erzielung musikalischen Verständnisses darin besteht, beim Hören
        

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