Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ed. Hitzig: Hughlings Jackson und die motorischen Rindencentren im Lichte physiologischer Forschung. Gelesen in der Neurological Society of London den 29. November 1900. Berlin, Aug. Hirschwald, 1901. 39 S. / Ed. Hitzig: Hughlings Jackson and the Cortical Motor Centres in the Light of Physiological Research. Brain 23 (92), 545-581. 1900
Person:
Schultze, Ernst
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit31467/1/
Literaturbericht. 
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erhebliche Sehstörungen, dagegen eine erhebliche des optischen Reflexes 
ergab, so kann dies nicht auf eine Hemmung optischer Centren, also auch 
nicht corticaler optischer Centren beruhen. Aus mehreren experi¬ 
mentellen Thatsachen geht hervor, dafs auch die motorische Hirn¬ 
rinde nicht der Angriffspunkt sein kann. Somit bleibt das subcorti¬ 
cale motorische Centrum als das einzige Organ übrig, welches für die 
Hemmung des optischen Reflexes verantwortlich gemacht werden kann. An 
der Hand dieser Annahme lassen sich die gemachten Beobachtungen er¬ 
klären: nach Verletzung der Stelle AI sind Sehstörungen vorhanden, das 
Verhalten des optischen Reflexes hingegen variirt. Die Differenz der Er¬ 
scheinungen wird dadurch bedingt, dafs der Reiz von AI ausgehend zu¬ 
nächst das subcorticale optische Centrum trifft, in ihm aber eine mehr oder 
minder starke „Schranke“ findet, bis er das subcorticale motorische Centrum 
beeinflussen kann. — Reize vom Gyrus sigmoideus aus treffen zunächst auf 
das subcorticale motorische Centrum, dies setzt eine mächtigere „Schranke“ 
als das subcorticale optische Centrum, so dafs der optische Reflex ausbleibt, 
die Hemmnng des Sehactes aber gering bleibt. 
Für die Erklärung der Erscheinungen bei combinirten Operationen, 
nach denen eine secundäre Hemmung des Sehactes ausbleibt, leistet die 
Aufstellung subcorticaler Centren folgendes: Giebt man zu, dafs Läsionen 
von AI und des Gyrus sigmoideus die subcorticalen optischen und motori¬ 
schen Centren beeinflussen, so mufs auch — nach der Ansicht des Verf. — 
angegeben werden, dafs durch jene Eingriffe in die Rinde Veränderungen 
in den subcorticalen Centren hervorgebracht werden, vielleicht auf Basis 
«eeundärer Degenerationen. Diese Veränderungen dehnen sich in jedem 
Falle von dem einen subcorticalen Centrum auf das andere aus, so dafs 
später in umgekehrter Leitungsrichtung projicirte Reize ihre Wirksamkeit 
auf die subcorticalen Angriffspunkte einbüfsen. 
[Verf. giebt selbst zu, dafs diese Erklärung der neu aufgefundenen 
Thatsachen noch manche Fragen herausfordert. Dem Ref. erscheint vor 
Allem jene Annahme von degenerirten Verbindungsbahnen zwischen sub- 
corticalem motorischen und optischem Centrum noch sehr der Aufklärung 
bedürftig. Sollten wirklich nach Eingriffen in der Rinde Degenerationen in 
jenen Verbindungsbahnen der erwähnten Centren sich einstellen, so müfsten 
derartige Degenerationen auch den optischen Reflex für immer unmöglich 
machen, da derselbe doch nothwendig vom optischen Centrum auf das 
motorische Centrum überzugehen hat. Hitzig erwähnt aber das Verhalten 
eines Hundes, der nach Verletzung der Stelle AI zwar hochgradige Seh¬ 
störungen, niemals aber Aufhebung des optischen Reflexes zeigte.] 
Mebzbacher (Strafsburg i. E.), 
En. Hitzig. Bnghlings Jackson and die motorischen Rindencentren im 
Uchte physiologischer Forschung. Gelesen in der Neurological Society of 
London den 29. November 1900. Berlin, Aug. Hirschwald, 1901. 39 S. 
- Inghlings Jackson and the Cortical Motor Centres in the Light of 
Physiological Research. Brain *23 (92), 545—581. 1900. 
Nach einer Würdigung der Verdienste Jackson’s, der die nach ihm be¬ 
nannten corticalen Krämpfe zuerst zutreffend gedeutet und ihre Lage un-
        

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