Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus den Llanos: Schilderung einer naturwissenschaftlichen Reise nach Venezuela
Person:
Sachs, Carl
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit31/368/
ANHANG. 
I. Meteorologische Beobachtungen. 
Die Verhältnisse meiner Reise sind nicht von der Art gewesen, dass 
ich regelmässige Ablesungen der meteorologischen Instrumente zu be¬ 
stimmten Tageszeiten fortgesetzt hätte ausführen können. Während des 
Aufenthaltes zu Calabozo standen naturgemäss für mich die Untersuchun¬ 
gen über die elektrischen Organe so sehr im Vordergrund des Interesse’s, 
dass ich nur gelegentlich, an weniger arbeitsreichen Tagen, meteorologische 
Beobachtungen zu notiren im Stande war. Erst nach der Ankunft in San 
Fernando de Apure begann ich regelmässig das tägliche Maximum und 
Minimum der Barometerhöhe, sowie den Stand des trockenen und feuchten 
Thermometers in der heissesten Tageszeit aufzuschreiben. So lückenhaft 
meine Beobachtungen sind, so glaube ich damit doch nicht zurückhalten 
zu sollen, da, soweit mir bekannt, aus dem Innern des südamerikanischen 
Continentes überhaupt nur spärliche Beobachtungen bisher veröffentlicht 
sind. Einzelne Thatsachen, welche aus meinen Notizen hervorgehen, wie 
z. B. der ausserordentlich hohe Betrag der täglichen Variation des Baro¬ 
meters und die enorme Trockenheit der Luft in den Llanos (zur Zeit des 
Winters), dürften wohl ein gewisses Interesse zu erwecken im Stande sein. 
Die Thermometer, deren ich mich bediente, waren vorher-sorgfältig mit 
zuverlässigen Instrumenten verglichen worden; zum Anfeuchten der Kugel 
diente eine kleine, selbstgefertigte Musselinhülle. Die Ablesung geschah 
stets unter den üblichen Cantelen, meist im Schatten von Bäumen. Zu 
den Barometerbeobachtungen diente ein kleines Aneroïd von Dörffel in 
Berlin, das vor der Abreise durch Vergleich mit dem Quecksilberbarometer 
justirt wurde; nach meiner Rückkehr stand der Zeiger des Instrumentes 
um etwa i,5 mm zu niedrig. Die nachfolgenden Angaben bedürfen daher 
mit Bezug auf ihre absolute Höhe einer geringen Correctur. 
Während der Monate December 1876 und Januar 77 wurden zu Calabozo 
nur an vereinzelten Tagen Ablesungen gemacht. Diese beiden Monate 
gelten als die kühlsten des Jahres; das Minimum der Tagestemperatur,
        

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