Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus den Llanos: Schilderung einer naturwissenschaftlichen Reise nach Venezuela
Person:
Sachs, Carl
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit31/357/
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Wasser in einem Glase geschöpft vollkommen klar und farblos, 
dabei durchaus wohlschmeckend ist; auch im Flusse selbst ist 
es von grosser Durchsichtigkeit, aber schon in dünnen Schichten 
bietet es eine intensive grünlichschwarze Färbung dar. Nament¬ 
lich auffallend war diese Färbung, als die Landungsböte mit 
ihren weissen Rudern vom Dampfer abstiessen; selbst die dünne 
Wasserschicht über den eingetauchten Rudern erschien aufs 
Stärkste gefärbt. 
Die so sehr abweichenden Färbungen des Wassers unter 
verschiedenen Verhältnissen sind Gegenstand eingehender physi¬ 
kalischer Betrachtung gewesen; ich glaube indessen, dass der 
oben berührte Fall der Aguas negras mit Rücksicht auf die 
herrschenden Theorieen noch eine besondere Prüfung und Be¬ 
achtung verdient. 
Ein grosser Theil der Passagiere landete bei Puerto Tablas, 
das aus wenigen, dicht am Wasser gelegenen Häuserreihen be¬ 
steht, um den Landweg nach den Minen anzutreten. Man miethet 
in Puerto Tablas Maulthiere und gelangt in zwei Tagen nach 
Upata, einer Stadt von etwa 3000 Einwohnern; von dort er¬ 
reicht man in 3 weiteren Tagereisen das Dorf Tupuquen am 
Rio Yuruari, in dessen Nähe die Minen des Caratal gelegen sind. 
Der schwunghafte Betrieb der letzteren besteht erst seit einer 
kurzen Reihe von Jahren; nachdem lange Zeit hindurch nur 
einzelne Goldgräber auf gut Glück mit der Hacke die ober¬ 
flächlichen Bodenschichten durchforscht hatten, bildeten sich 
endlich, meist unter ausländischer Betheiligung*, Actiengesell- 
schaften, welche die Sache methodisch betrieben. Es wurden 
Dampfmaschinen zum Stampfen der Erze verwendet, nachdem 
man dieselben mühsam in einzelnen, auseinander genommenen 
Stücken auf dem schlechten Gebirgswege an Ort und Stelle ge¬ 
schafft hatte, und die Gewinnung des Goldes aus dem ge¬ 
stampften Mineral geschah auf dem Wege der Amalgamation. 
So wurde bald ein glänzendes Resultat erzielt und eine immer 
grössere Zahl von Unternehmern herbeigelockt. Gegenwärtig 
befindet sich das goldhaltige Terrain schon weit und breit in 
festen Händen, und eine sehr grosse Zahl von Compagnieen ist 
mit der Ausbeutung beschäftigt. Im Jahre 1875 betrug die Aus¬ 
fuhr von Gold aus Guyana bereits 79496 Unzen.
        

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