Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus den Llanos: Schilderung einer naturwissenschaftlichen Reise nach Venezuela
Person:
Sachs, Carl
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit31/224/
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das letztere sinkt, desto mehr wird an den seichteren Stellen des 
Flussbettes die oberirdische Strömung eingeengt, bis sie endlich 
ganz verschwindet. Nur in den tiefer ausgehöhlten Stellen des 
Flussbettes tritt das Wasser zu Tage, und es bilden sich soge¬ 
nannte Charco s, welche durch scheinbar trockene Strecken des 
Bettes getrennt sind. Aber das Wasser in denselben stagnirt 
nicht, sondern wird in Folge des Flussgefälles, welches vom Fuss 
der Galera bis zum Apure hin etwa 300 Fuss beträgt, von Charco 
zu Charco durch den sandigen Boden der Playa’s hindurchfiltrirt. 
Der Wasserspiegel des Flusses ist also im Gebiete einer 
Playa unter dem Boden zu suchen, und in der That, Nichts ist 
leichter, als sich hiervon zu überzeugen. Gräbt man ein Loch in 
den lockeren Boden der Playa (S. x in der Figur), so stösst man 
genau in der Höhe, welche dem Spiegel des nächsten Charco 
entspricht, auf feuchten Sand, und sofort füllt sich das Loch bis 
—Hoch&asser 
zu dieser Höhe mit Wasser. Auf niedrig gelegenen Stellen 
einer Playa genügt es, einen Stock in den Sand zu stossen, um 
diese Erscheinung zu beobachten. Die in der Nähe der Flüsse 
wohnenden Eingeborenen machen hiervon Gebrauch, indem sie 
aus solchen, in den Boden des Flussbettes gegrabenen Löchern 
Wasser schöpfen; während nämlich das Wasser der Charcos von 
trüber, schlammiger Beschaffenheit ist, erhält man in jenen Gru¬ 
ben Wasser, welches in Folge der Filtration durch eine ausge¬ 
dehnte Sandschicht hindurch krystallklar geworden ist. Jene 
Charcos sind übrigens das Elysium der Fischer, da es für die da¬ 
rin eingeschlossenen Fische kein Entrinnen giebt. 
Die erörterte Erscheinung des unterirdischen Laufes der 
Flüsse tritt bei sämmtlichen Canos und allen kleineren Rios des 
Llano ein. Ausgeschlossen davon sind der Rio de la Portu- 
guesa, der Apure, Arauca, Meta und die südlich davon gelegenen 
Ströme. Von dem Guärico wird behauptet, dass er sich in frühe-
        

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