Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arthur Allin: Recognition. Americ. Journ. of Psychol. Bd. VII. S. 249-273. 1896
Person:
Offner, M.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30964/2/
Litteraturbericht. 
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somniante, können wir das bekannte Wort variieren, quod non prius 
fuerit in vigilante. Objektiv liegt eben docb eine Gedächtnisleistung 
vor. Wozu also solche Kämpfe um das Wort, wo man über die Sache 
eins ist? Im dritten Kapitel (Assimilation or Association not Recognition) 
wendet sich Verfasser abermals gegen Höffdings Erklärung des Er- 
kennens oder Wiedererkennens, zwei Vorgänge, die, nebenbei bemerkt, nur 
quantitativ, nicht, wie Verfasser zu meinen scheint, qualitativ verschieden 
sind. Alsdann kehrt er sich aber auch gegen diejenigen, welche wie 
Lehmann, Waed und der Referent die Bekanntheitsqualität aus dem 
Herein wirken unter der Schwelle bleibender Nebenvorstellungen (Er¬ 
innerungen an begleitende Nebenumstände) erklären. So wenig Ver¬ 
fasser aber die erste Ansicht zwingend widerlegt, so wenig oder noch 
weniger widerlegt er die zweite, macht uns aber umso neugieriger auf 
seine eigene Erklärung. Wie erstaunt man indes, wenn man endlich 
vernimmt, »die hervorgebrachte Änderung besteht in der gröfseren 
Leichtigkeit der Koordination in denjenigen Zentren, welche notwendig bei 
jeder Vorstellungsthätigkeit in Wirksamkeit sind (The change wrought 
is the greater facility of coordination in the centres necessarily involved 
in each presentation). Vorausgesetzt, dafs wir hier den Kernpunkt der 
diesbezüglichen Ausführungen des Verfassers getroffen haben, was bei 
der Unübersichtlichkeit derselben keine kleine Kunst ist, so können 
hierauf die Höffdingianee mit Gretchen schmunzelnd sagen: „Un¬ 
gefähr sagt das der Pfarrer auch, nur mit ein bischen anderen Worten.“ 
Wozu also der Lärm? 
Wir wollen dem Verfasser nicht weiter auf seinen keineswegs immer 
hellen Wegen folgen, möchten ihn aber bitten, künftighin seine Ge¬ 
danken erst vollständig ausreifen und zu einem organischen Ganzen 
zusammenwachsen zu lassen, ehe er sie weiteren Kreisen mitteilt. 
M. Offnes (München). 
Heney Stuet. Conscience. Mind. N. S. Vol. V. No. 19. S. 343—353. 1896 
Nach einer alten Lehre gelte das Gewissen als „innere Stimme“ 
dem Dämon des Sokrates vergleichbar, der warnend und beratend uns 
zur Seite stehe. Diese Theorie habe sich in neuerer Zeit überlebt, man 
orkenne heute an, dafs das führende Prinzip beim ethischen Urteil ein 
Teil der Persönlichkeit selber sei, keine isolierte Wesenheit. Das ethische 
Urteil erfolge nach einer Art von Instinkt, nicht nach abstrakten Maximen 
und ethischen Formeln. Dieser Instinkt bilde in uns einen permanenten 
ethischen Faktor, der darin bestehe, dafs wir ein geistiges Bild von 
uns vor Augen haben, dem gleichzukommen wir bestrebt sind; als diese, 
d.em geistigen Bilde von uns entsprechende Persönlichkeit wollen wir 
.auch vor der Mitwelt gelten. Das Gegenstück dieses moralischen Ideals 
ist auf körperlichem Gebiete die Sorge für unsere persönliche Erschei¬ 
nung. Dieses moralische Ideal ist kein absolutes Ideal an sich, es ist 
nur der Ausdruck unseres persönlichen Wunsches. So enthalte das Ideal 
manches „Wilden“ auch die Eigenschaften des Diebes und Mörders, das 
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Zeitschrift für Psychologie XIII.
        

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