Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
K. Kölle: Der Sprechunterricht bei geistig zurückgebliebenen Kindern. Zürich, Albert Müller. 1896. 44 S.
Person:
Heller, Theodor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30932/1/
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Litter aturbericht. 
hängen bleibt. Mit Jerusalem wünsche ich freilich noch den Aushau 
der „Du“psychologie (auf AvENARiusscher Grundlage); psychiatrisch ist 
unter And. dazu bisher unbeachtet, dafs manche Paranoiker ein „Er“, aber 
nicht ein „Du“ der Aufsenwelt kennen, und nicht blofs infolge von Ver¬ 
folgungswahn. Im Genüsse liegt Selbstthätigkeit des „Ich“, das reaktiv, 
aber nicht mechanisch psychische Energie z. B. im K. unbekannten „Ver¬ 
trauen“ äufsert. Im Genufs ist der Kern der Beligion, die freilich oft 
zum „Erkenntnismäfsigen“ (so K.), Ästhetischen (so der moderne Pantheist), 
verschoben wird. Dies Beides ist Voraus- und Fortsetzung der Beligion, 
aber nicht diese selbst, die Furcht und Glaube in genufs-werturteils- 
mäfsiger Prägung bleibt. 
b. Nimmt K. die Werturteilstheorie zu einfach (Meinongs Arbeiten, 
die ich früher nur zitieren konnte, sind unbeachtet), so weifs er in 
Metaphysikangst meinen „Glauben“ nur als besonderes „Organ“ zu 
verdächtigen. Vorbrodt (Alt-J essnitz). 
Koch. Die überwertigen Ideen. Centralbl. f. NervenheilMe. u. Psychiatr. 
VII. Bd. S. 177—182. 1896. 
Die Ablehnung, die der WERNicKESchen Lehre von den „überwertigen 
Ideen“ von seiten fast aller Psychiater zu Teil geworden ist, hält Koch 
für nicht berechtigt. Er nimmt überwertige Ideen im Sinne Wernickes 
an, wirft diesem aber den Fehler vor, Wahnideen und Zwangsvorstellungen 
nicht genügend auseinander gehalten, und übersehen zu haben, dafs die 
überwertigen Ideen sich auf einem bereits vorbereiteten geschädigten 
Boden entwickeln. Nähere Betrachtung läfst bei einer „fixen“ über¬ 
wertigen Idee immer die andauernde, sei es angeborene, sei es erworbene 
Minderwertigkeit oder den psychotischen Schwächezustand erkennen, 
der das Auftreten der überwertigen Idee veranlafst oder wenigstens 
ermöglicht hat. Peretti (Grafenberg). 
K. Kölle. Der Sprechunterricht bei geistig zurückgebliebenen Kindern. 
Zürich, Albert Müller. 1896. 44 S. 
Verfasser bezeichnet alle Versuche als verfehlt, bei sprachlosen 
Idioten die Methoden des Taubstummenunterrichtes oder der Sprach¬ 
heilkunde in Anwendung zu bringen und begründet einen Lehrgang, 
welcher vorwiegend dem Grundsatz der Begriffsentwickelung Bechnung 
trägt. Theodor Heller (Wien). 
Cadiot. Sur les affections mentales chez les animaux. Bev. de T Hypnotisme. 
Bd. 10. No. 12. S. 363-367. 1896. 
Die Geisteskrankheiten der Tiere, wenigstens der intelligenteren 
Haustiere, zeigen grofse Ähnlichkeit mit denen der Menschen. Man 
beobachtet sexuelle Perversität, Angstzustände, Agoraphobie und damit 
verwandte Psychosen. Verfasser bringt hierfür einige instruktive Bei¬ 
spiele von Beobachtungen an Katzen, Hunden und einem Papagei, die 
teils eigener Erfahrung entstammen, teils dem Buche von Pierquin über 
den „ Wahnsinn der Tiere“ entnommen sind. Schaefer (Bostock).
        

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