Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Emil Amberg: Über den Einfluß von Arbeitspausen auf die geistige Leistungsfähigkeit. Psychologische Arbeiten, herausgegeben von E. Kraepelin. Bd. I. H. 2 u. 3. S. 300-377. 1895
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Litter aturbericht. 
Referent will mit diesen Erörterungen nicht gesagt haben, dafs 
eine Übertragung psychologischer Ereignisse in physiologische Formeln, 
wie die vom Verfasser versuchte, nutzlos sei. Vielmehr meint er, eine 
derartige Übertragung diene, richtig aufgefafst, zur Klärung und Fixierung 
des Verständnisses von den psychologischen Zusammenhängen, indem sie 
zeigt, wie deren physiologische Grundlage in Übereinstimmung mit der 
bis jetzt gefundenen anatomischen und physiologischen Sachlage gedacht 
werden kann. Dafs die besprochene Umschreibung für die Physiologie 
nützlich sein kann, nämlich als Forschungsregulativ, liegt auf der Hand. 
Von diesen Gesichtspunkten aus mag auch der Versuch des Verfassers 
als ein sehr verdienstvoller angesehen werden. 
Neben diesem Verdienste kommt dem Buche auch ein anderes, 
vielleicht ein noch wichtigeres zu. Die Schrift teilt nämlich mehrere 
feine psychologische Beobachtungen und Analysen mit, welche die in 
psychologischer Beziehung verdienstliche frühere Traumschrift des Ver¬ 
fassers glücklich ergänzen. 
In eine Realdiskussion der psychologischen Einzelheiten des Buches 
eingehen, würde zu weit führen. Viele derselben stimmen mit den Er¬ 
fahrungen des Referenten überein über viele andere würde er nur 
durch fortgesetzte Beobachtungen oder noch besser durch Experimente 
ein Urteil fällen können. 
Das erste der sechs Traumgesetze scheint Referenten ziemlich fraglich. 
J Mo URL y Vold (Christiania). 
Emil Amberg. Über den Einflufs von Arbeitspausen auf die geistige Leistungs¬ 
fähigkeit. Psychologische Arbeiten, 1 
H. 2 u. 3. S. 300—377. 1895. â h 
A. hat die OEHRxschen Versuche {Psychol. Arb. I. 1) in erweitertem 
Umfang fortgesetzt. Er bedient sich der sog. fortlaufenden Arbeits¬ 
methode, und zwar namentlich der Addier- und Lernmethode. Um die 
Richtigkeit der einzelnen Additionen prüfen zu können, wurden immer 
nur zwei aufeinanderfolgende Zahlen addiert und die Summe unter Ver¬ 
nachlässigung der Zehner seitlich zwischen den beiden Summanden mit 
Bleistift notiert. Er ging dabei von der, wie Kraepelin in einer An¬ 
merkung selbst angiebt, oft nicht zutreffenden Voraussetzung aus, dafs 
die Schreibbewegungen sehr viel rascher ausgeführt werden als das 
Rechnen und daher eine Verlangsamung der ersteren (infolge einer 
Mnskelermüdung) das Ergebnis der Messung nicht beeinflussen könne. 
Referent läfst die Versuchsperson jedes Resultat laut aussprechen, sobald 
es sich auch um Feststellung der Richtigkeit der Einzelresultate handelt; 
dabei ergiebt sich, dafs.hierdurch das Resultat nur sehr wenig beeinftufst 
wird. — Die S. 304 und 305 mitgeteilte Beobachtung ist sehr lehrreich, 
weil sie die Mängel der ganzen Methode jedem Unbefangenen sehr drastisch 
enthüllt. Diese Mängel erklären denn auch besser als die Hypothesen des 
Verfassers die seltsamen Resultate, zu welchen er gelangt. Er findet 
nämlich, dafs bei einstündigem Addieren die Pausen von 5 Minuten im 
allgemeinen eine geringfügige günstige Einwirkung auf die Arbeitsleistung 
ausüben, während viertelstündige Pausen unter sonst gleichen Be-
        

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