Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Karl Fink: Die Gehörübungen im K. K. Taubstummen-Institute in Wien. Nebst methodischer Anleitung. Wien 1894. Im Selbstverlag und in Kommission bei Sallmayers (J. Schellbachs) Buchhandlung, Kärnthnerstraße 30. (17 S. u. 2 Tab.)
Person:
Stern, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30920/1/
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Litteraturbericht. 
Lichtsinnes zu bedingen. Aus diesen Beobachtungen folgert Holden, 
dafs getrennte kortikale Zentren für Formen-, Licht- und Farben¬ 
empfindung nicht existieren. Grqenotjw (Breslau). 
A. Kuttner. Die Hörfähigkeit labyrinthloser Tauben. Pflügers Arch, 
f. d. ges. Physiol. Bd. 64. S. 249-261. 1896. 
Verfasser hat sich, im Gegensatz zu der EwALD-WuNDTSchen Auf¬ 
fassung und in Übereinstimmung mit Bernstein, Matte und Strehl (vgl. 
die betr. Eeferate in dieser Zeitschr.), überzeugt, dafs der Akustikusstamm 
nach totaler Exstirpation des Labyrinthes durch Schall nicht erregbar 
ist. Er entfernte bei seinen Tauben nur eines der Labyrinthe. Wurde 
dann unter möglichst gleichen Bedingungen erst dem gesunden und dann 
dem operierten Ohre durch einen Schlauch Schall unmittelbar zugeleitet, 
so reagierten die Versuchstiere im ersteren Falle meistens, im letzteren 
niemals. Schaeeer (Bostock). 
Karl Fink. Die Gehörübungen im K. K. Taubstummen-Institute in Wien. 
Nebst methodischer Anleitung. Wien 1894. Im Selbstverlag und in 
Kommission bei Sallmayers (J. Schellbachs) Buchhandlung, Kärnthner- 
strafse 30. (17 S. u. 2 Tab.) 
Verfasser, Direktor obiger Anstalt, schildert Methodik und Resultate 
der Gehörübungen, die er an seinen Schülern angestellt hat. Gehörreste 
können künstlich nicht gegeben werden, aber sie können, wenn vor¬ 
handen, erzogen und herangebildet werden, und sie sind häufiger als 
man glaubt. Viele scheinbar taube Kinder haben verschwommene, nicht 
zum Bewufstsein gekommene Schallempfindungen, für die ihnen nur jedes 
Verständnis und jede Aufmerksamkeit abgeht. Hier hat der Lehrer 
anzugreifen. F. unterscheidet eine ganze Reihe von Stufen in der Hör¬ 
fähigkeit: Geräusch-Hörer, Zungen-R-Hörer, Vokal-Hörer etc. In vor¬ 
geschrittenen Übungsstadien kann man auch die akustische Unter¬ 
scheidung der Schallstoffe, der Schallstärken und Tonhöhen einüben. 
Die Erkennung der Schallrichtung bleibt — was bei dem meist monauralen 
Hören der Kinder verständlich ist — stets sehr mangelhaft. Als Fehler¬ 
quellen sind bei den Übungen zu beachten: das Vikariat der Sinne 
(Fähigkeit abzulesen oder Schallerregungen durch den Tastsinn zu 
perzipieren) und die Kombinationsfähigkeit der Taubstummen. Etwa 
in Viertel der untersuchten Kinder zeigte Gehörreste. 
W. Stern (Berlin). 
A. Peters. Über die Beziehungen zwischen Orientierungsstörungen und 
ein- und doppelseitiger Hemianopsie. Arch. f. Augenheilkde. Bd. 32. 
S. 175—187. 1896. 
In den bisher beobachteten Fällen von doppelseitiger Hemianopsie 
traten Orientierungsstörungen immer erst nach dem Ausfall der zweiten 
Gesichtsfeldhälften ein. Peters beschreibt einen Fall, wo mit einer 
plötzlich einsetzenden linksseitigen Hemianopsie sofort Orientierungs-
        

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