Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Simerka: Sur le degré de fréquence des paralysies laryngées chez les hémiplégiques. Revue neurolog. IV. No. 11. S. 324-326. 1896
Person:
Fraenkel
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30904/1/
Litter aturbericht. 
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im stände sind, ein bestimmtes Wort durch Absehen oder Abhören zu 
gewinnen, dafs ihnen jedoch häufig im Anfänge die Fähigkeit fehlt, mit 
den Wörtern die entsprechenden Anschauungen zu verbinden. „Daraus 
ergiebt sich notwendig, dafs man bei jedem neu gewonnenen Wort auch 
versuchen soll, das Wort von dem Kranken hervorbringen zu lassen 
blofs durch Andeutung des Gegenstandes, den man ihm zeigt.“ Deshalb 
bilden Bücher, in denen sich neben den einzuübenden Wörtern die ent¬ 
sprechenden Zeichnungen befinden, wichtige Hülfsmittel für den Unter¬ 
richt. 
Sehr interessant sind die beiden Fälle sensorischer Aphasie, welche 
Verfasser erfolgreich behandelt hat. Im ersten bestanden neben der 
sensorischen Reste motorischer Aphasie. Bemerkenswert ist die Ge¬ 
dächtnisstörung des Patienten, welche Verfasser auf eine abnorm 
schnelle Ermüdbarkeit der Gehirnfunktion bezieht. Der zweite Patient 
verstand und beantwortete nur alltägliche Redensarten. „Er erklärte 
dabei ganz charakteristisch, dafs er sich so vorkäme, als ob er blofs für 
das Gesprochene taub wäre; denn er höre sonst ganz gut.“ Die vom 
Verfasser entworfene Methode zur Heilung der zentrosensorischen Aphasie 
beruht auf folgenden Erwägungen: Dem Auge kommt eine keineswegs 
geringe Bedeutung für die Erlernung der Sprache zu; blinde Kinder 
lernen nämlich in der Regel später sprechen als sehende. Zahlreiche 
Erfahrungen bestätigen ferner, dafs man besser versteht, wenn man die 
Mundbewegungen des Sprechenden sieht. Es liegt also der Gedanke 
nahe, bei der zentrosensorischen Aphasie das Auge als Perzeptionsweg 
für die Sprache zu benutzen. In den beiden behandelten Fällen war 
das Perzeptionszentrum nicht völlig zerstört, der vorhandene Rest der 
Wortperzeption genügte in Verbindung mit der Absehfertigkeit, um alles 
Gesprochene zu verstehen. Dabei ist es nicht immer notwendig, alle 
Mundbewegungen direkt wahrzunehmen. Verfasser zeigte schon früher 
an einem Taubstummen, dafs für viele Laute die Form der Wangen, die 
Bewegungen von Wangenhaut und Unterkiefer so charakteristisch sind, 
dafs aus denselben auf die gesprochenen Wörter richtig geschlossen 
werden kann. Die Einprägung der verschiedenen Artikulationsstellungen 
erleichtert eine vom Verfasser kombinierte phonetische Bilderschrift. 
Die vorgeschlagenen Methoden erfordern viel Geduld und Ausdauer 
von seiten des Lehrenden und Lernenden; aber die aufgewandte Mühe 
wird reichlich vergolten durch die Erfolge, welche bei konsequenter 
Anwendung der Methoden nicht ausbleiben. 
Theodor Heller (Wien). 
Simerka. Sur le degré de fréquence des paralysies laryngées chez les 
hémiplégiques. Bevue neurolog. IV. Ko. 11. S. 324—326. 1896. 
Dafs die Erzeugung der Stimme im Kehlkopf, d. h. die Adduktion 
der Stimmbänder, ihr Zentrum auf der Hirnrinde und zwar am Fufse 
der dritten Stirnwindung und in der vorderen-unteren Gegend der Prä¬ 
zentralwindung (frontal, ascend.) auf beiden Hemisphären hat, darüber 
sind die Physiologen ziemlich einig, darüber aber, wie diese Zentren 
das Endorgan beeinflussen, sind die Meinungen geteilt. Die einen (Masini)
        

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