Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
P. Bonnier: Critique des théories classiques de l'audition. Compt. rend. de la Soc. de biol. III. No. 24. S. 704-706. 1896
Person:
Meyer, Max
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30865/1/
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Litteraturbericht. 
durch die Gruppe hindurch, ohne dafs eine innigere Verbindung beider, 
etwa mittelst besonderer in die Zellen einstrahlender Fasern, aufgedeckt 
werden konnte. Auch ist keinerlei Regelmäfsigkeit in der Anordnung 
der Konstituenten des einzelnen „Lichtzellenknotens“ zu erkennen. Als 
dritter Ort des Vorkommens dieser Zellen ist bei allen Formen, welche 
innere Lichtzellenknoten besitzen, das Gehirn zu nennen, in dessen 
äufserer Ganglienschicht die Zellen gleichfalls, wiewohl vereinzelt, zu 
finden sind. Die Zellen, die im Gehirn und in den Knoten rundlich, in 
der Epidermis mehr länglich sind, zeichnen sich aus durch einen sekret¬ 
artigen „Binnenkörper“, der inmitten ihres Plasmas gelegen und bei den 
verschiedenen Spezies verschieden geformt ist, bald rund, bald wurst¬ 
förmig, bald langgestreckt und verästelt erscheint. Von den in der 
Epidermis befindlichen Zellen hat der Verfasser zuweilen einen zarten 
Fortsatz ausgehen gesehen, den er als Nervenfaser deutet, wie er denn 
auch die Zellen selbst für Nervenzellen erklärt. Die Binnenkörper ver¬ 
gleicht er den Stäbchen und Zapfen der Wirbeltiere und den Bhabdomen 
der Arthropoden, „sie dienen dazu, die Lichtwirkung in gewisser Weise 
umzuändern, so dafs sie für die Zelle, wenn nicht überhaupt, so doch in 
erhöhtem Mafse, wahrnehmbar wird.“ Die Lage der Zellen im Epithel 
hält er für die ursprüngliche, dagegen erscheint es als ein abgeleiteter 
Zustand, wenn die Zellen unter dem Epithel und im Gehirn Vorkommen. 
— (Referent findet wenig Überzeugendes in der Behauptung, dafs es sich 
bei den fraglichen Zellen um Augen oder überhaupt um Sinnesorgane 
handelt. Weder die Lage noch der Bau der Zellen sind einer solchen 
Annahme günstig. Wenn die Verteilung der Zellen im Körper annähernd 
mit der Lichtempfindlichkeit übereinstimmt, so ist das nämliche auch 
bei den Sinnesknospen der Fall, und die Annahme, dafs diese die Licht¬ 
empfindung vermitteln, dürfte immer noch wahrscheinlicher sein, als 
dafs es die vom Verfasser beschriebenen Zellen thun). 
Braem (Breslau). 
P. Bonnier. Critique des théories classiques de l’audition. Compt. rend. 
de la Soc. de Hol. III. No. 24. S. 704—706. 1896. 
B. betont, dafs es eine Reihe von Thatsachen giebt, die mit der 
Resonanzhypothese im Sinne Helmholtz’ schwer oder gar nicht vereinbar 
sind. Er ist der Ansicht, dafs die Ausbreitung der nervösen Endgebilde 
in der Schnecke weiter keinen Zweck hat, als dem äufseren Reize ein 
möglichst grofses Angriffsfeld darzubieten. Er bespricht die Theorie 
von Hurst. Dieser ist der Meinung, dafs es bei der Kleinheit der in 
Betracht kommenden Teile keinen Zweck habe, zwischen molekularen 
und Massenschwingungen zu unterscheiden. B. möchte diese Unter¬ 
scheidung doch zu recht bestehen lassen. Er macht darauf aufmerksam, 
dafs auf keinem Sinnesgebiete mit Sicherheit eine der Zahl^der zu unter¬ 
scheidenden Qualitäten gleiche Zahl von Einzelapparaten nachgewiesen 
sei, wie es in Bezug auf den Gehörsinn seit Helmholtz fast allgemein 
angenommen werde. Thatsächlich sei jeder Punkt einer sensoriellen
        

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