Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
W. Koster: Untersuchungen zur Lehre vom Farbensinn. Gräfes Arch. Bd. 41. Abtl. 4. S. 1-20. 1895
Person:
Marbe, Karl
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30861/1/
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Litteraturbericht. 
W. Koster. Untersuchungen zur Lehre vom Farbensinn. Gräfes Arch. 
Bd. 41. Abtl. 4. S. 1—20. 1895. 
Im ersten Abschnitt der Arbeit teilt Verfasser die Resultate einiger 
wertvoller mikroskopischer Untersuchungen mit, die er über das Vor¬ 
kommen der Stäbchen und Zäpfchen angestellt hat. Die Ergebnisse 
sind teils (Kolumne 1 und 2 der folgenden Tabelle) an ganz frischen 
menschlichen Netzhäuten angestellt, teils (Kolumne 3) an solchen, die 
erst in Formol gehärtet wurden. Hinsichtlich der Versuchs technik 
giebt Verfasser einige nähere Angaben und einen Hinweis auf eine 
frühere Arbeit im Arch. eTOphthalm. Juli 1895. Die Versuchsergebnisse 
enthält folgende Tabelle : 
Vertikaler Durchmesser der stäbchenfreien 
Zone.................................. 
0,828 mm 
0,44 mm 
0,552 mm 
Horizontaler Durchmesser der stäbchenfreien 
Zone.................................. 
0,874 „ 
0,44 „ 
Vertikaler Durchmesser der Fovea, die 
wenig stäbchenführende Zone mit inbe¬ 
griffen ........................... 
0,77 „ 
Horizontaler Durchmesser der Fovea, die 
wenig stäbchenführende Zone mit inbe¬ 
griffen ................................. 
J 77 
0,88 „ 
Breite der Fovea, gemessen bis zum Anfang 
der Kreise von Stäbchen um die Zapfen 
(vertikal sowohl, wie horizontal)....... 
1,84 „ 
_ 
_ 
Die Zahlen in der ersten und dritten Kolumne der vorstehenden 
Tabelle beziehen sich auf das Auge eines 2,5, die in Kolumne 2 auf das 
Auge eines 2 Monate alten Kindes. Der äquatoriale Augendurchmesser 
des letzteren betrug 18 mm, der des ersteren 20 mm. — Aufserdem teilt 
Verfasser mit, dafs bei einem durch sekundäres Glaukom erblindeten, 
in Formol gehärteten Auge eines 20jährigen Mädchens sich als Wert 
für die gröfste Breite der stäbchenfreien Zone 0,901 mm ergeben habe. 
Koster glaubt mit Recht aus diesen Ergebnissen schliefsen zu 
dürfen, dafs die Breite derjenigen Stelle der Netzhaut, wo die Funktion 
der Zapfen überwiegend ist, ungefähr 0,8 mm beträgt, und dafs die Breite 
der Netzhautstelle, wo die Zapfen ausschliefslich zur Geltung kommen, 
sich beiläufig auf 0,5 mm beläuft. Verfasser weist auf die auch aus der 
Tabelle resultierenden individuellen Unterschiede hin und auf die That- 
sache, dafs die Breite der Netzhautgrube (die nach den Angaben 
Köllikers, M. Schulzes, Henles, Kuhnts ungefähr 0,2 mm beträgt), er¬ 
heblich geringer ist als die der stäbchenfreien Retinastelle. Die Breite 
der letzteren stimmt mehr mit den Angaben überein, welche Dimmer 
über die Breite der Netzhautgrube gemacht hat. Derselbe fand Werte 
von 1,4 bis 2,0 mm, indem er als Grenze der Grube die Stelle annahm, 
wo die Netzhaut anfängt dünner zu werden. Der Verfasser glaubt hier-
        

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