Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
E. B. Titchener: The type-theory of the simple reaction. Mind. N. S. IV. 506-514. 1895 / J. Mark Baldwin: The "type-theory" of reaction. Mind. N. S. V. 81-90. 1896 / E. B. Titchener: The "type-theory" of the simple reaction. Mind. N. S. V. 236-241. 1896
Person:
Witasek
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30849/1/
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lÄtteraturbericht. 
Test 5. Organisches Gedächtnis, Zeit- und ßaumsinn. — 
Auf einer weifsen Scheibe von 37 cm Durchmesser bewegt sich langsam 
ein dünner Messingzeiger, der von der Versuchsperson, bei verbundenen 
Augen, nach einem bestimmten ganzen oder halben Umlauf durch Druck 
auf einen Knopf aufgehalten werden soll. 
Der Zeiger wurde bald zu früh, bald zu spät aufgehalten, und es 
zeigte sich, dafs die Individuen den Umlauf entweder nach der Vor¬ 
stellung von der Zeit, in der der Zeiger den bestimmten Kaum durch¬ 
laufen haben mufste, oder nach der Vorstellung von der jedesmaligen 
Strecke, die der Zeiger durchlief, berechneten. Danach lassen sich die 
zwei Typen, der zeitliche und der räumliche Unterschied erkennen. 
Bei der Kranken mit Zwangsvorstellungen und zeitlichem Typus be¬ 
merkte man rhythmische Kopfbewegungen, eine Art von Taktschlagen. 
Fraenkel. 
E. B. Titchener. The type-theory of the simple reaction. Mind. N. S. 
IV. 506-514. 1895. 
J. Mark Baldwin. The ,type-theory’ of reaction. Mind. N. S. V. 81—90. 
1896. 
E. B. Titchener. The ,type-theory’ of the simple reaction. Mind. N, S. 
V. 236—241. 1896. 
Die letzte Publikation Baldwins, in welcher er die auch schon 
früher von ihm vertretene „type-theory of reaction“ zu begründen ver¬ 
sucht {Psych. Rev. II. S. 259 ff.; Keferat darüber diese Zeitschr. XI. S. 467) 
hat von Seite Titcheners eine eingehende Kritik erfahren. Dieselbe 
wurde Punkt für Punkt beantwortet, allerdings zumeist blofs durch 
Wiederholung der alten Argumente, worauf dann die ganze Diskussion 
durch Titcheners Gegenantwort auf dem schon von Baldwin hie und da 
angedeuteten Wege bis zu dem Punkte gelangte, wo es rätlich erscheint, 
sie fallen zu lassen. Sachlich bringen die drei Artikel wenig Neues; 
was einer besonderen Erwähnung an dieser Stelle wert sein dürfte, ist 
bald angeführt. 
Der Hauptpunkt der Differenz zwischen Baldwin einerseits und 
Wundt, Lange, Titchener etc. andererseits ist durch den Terminus „An¬ 
lage“ ausreichend in Erinnerung gebracht. Titchener betont neuerdings, 
dafs die Annahme dieser Anlage durchaus keine Hypothese, sondern 
lediglich die notwendige Anerkennung einer auf dem Gebiete psycho¬ 
logischer Versuche überall zu beobachtenden Thatsache ist. Baldwin 
giebt das vollständig zu, findet aber die Individuen, denen die Anlage 
der zu einer bestimmten Reaktionsweise erforderlichen Konzentration 
der Aufmerksamkeit trotz aller Übung abgeht, nur in den „asylums“. 
Er bezeichnet es daher als unzulässig, die bisher beobachteten Ab¬ 
weichungen von der normalen sensoriell-muskulären Differenz aufser 
Acht zu lassen, betrachtet dieselben vielmehr als ganz vollwertig und 
meint, ihnen durch seine Typentheorie Rechnung zu tragen. Es ist die 
Regelmäfsigkeit der Abweichung, die Baldwin betont. Er hält sonach 
den von Titchener zurückgewiesenen Vorwurf, dafs seine Gegner zu 
ihrer Theorie nicht stimmende Versuchsergebnisse einfach ausschalten
        

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