Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Th. Philippe: Algésimètre pour controler l'appréciation de la douleur. III. intern. Congr. f. Psychol., S. 279-280
Person:
Stern, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30752/1/
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Literaturbericht 
Schwankungen vorhanden ist. Zwischen der Empfindling eines Punkt» 
und der deutlichen Empfindung zweier Punkte liegen mehrere Ueber- 
gangsstufen: bei einer gewissen Entfernung der Spitzen glaubt man von 
einer Spitze berührt zu werden, an welche sich ein beistrichartig ge¬ 
formter Gegenstand anreiht. Dann empfindet man di© beiden Spitzen als 
einen linienförmigen Gegenstand. Werden sie noch weiter entfernt, so 
empfindet man zwei verbundene Punkte und erst bei abermaliger Distanz- 
vergröfserung nimmt man die beiden Spitzen getrennt wahr. 
Karl Mabbi (Würzburg). 
Th. Philippe. ÀlgésteètfS pow Controler l'ipprisiatloi di li ditlilf. III. in¬ 
tern. Congr. f. Psychol., S. 279 280. 
Eine scharfe Stahlspitze wird auf den ruhenden Finger aufgesetzt. 
Die Spitze befindet sich unterhalb eines Gefäfses, in welches mit variir- 
barer Geschwindigkeit Bleischrot einfiiefet; Je mehr Schrot im Gefäfs ist, 
um so stärker drückt sich die Spitze in den Finger. Der Moment, in 
welchem die Schmerzempfindung beginnt, ist somit leicht zu constatiren 
und die Empfindung in ihrer Abhängigkeit von Druckgröfse und Druck¬ 
änderungsgeschwindigkeit zu studiren. — Der Apparat zeichnet sich vor 
ähnlichen besonders dadurch aus., dafa die schmerzerregende Reizgröfse 
nicht sprunghaft, sondern allmählich erreicht wird. 
W. Steen (Breslau). 
Georg Birth, lacbaafeenspiegelüng der SiBBeseildrficke. Nebst einem An¬ 
hang: „Haben wir einen Ferntastaim?“ III. intern. Congr. f. Psychol. 
8. 261—267 u. 268—276. 
Birth entwickelt in den beiden Vorträgen seine schon aus anderen 
Schriften bekannte extrem-nativistische Raumtheorie, und zwar bezieht sich 
seine Bekämpfung des Empirismus und die Annahme specifischer ange¬ 
borener Sinnesfunctionen insbesondere auf zwei Momente : 1. auf die Nach- 
aufsenspiegelung der Sinneseindrücke, 2. auf das plastische Sehen. Die 
Sinneswahmehmungen sind nicht „Zeichen“, die von der Intelligenz durch 
den Zwang des Causalitätsgesetzes auf äufsere Objecte gedeutet werden ; viel¬ 
mehr fühlen wir das Räumliche aufser uns sinnlich, das Doppelauge ist 
das Organ eines Ferntastsinnes. Das Eigentümliche an der HiRTH'schen 
Theorie ist nun, dale er den Nativismus nicht nur, wie manche Andere, 
für die räumliche Fläche, sondern auch für die dritte Dimension behauptet. 
Die Auffassung des Plastischen ist ihm. ebenso primitive Empfindung«- 
thatsache, wie die der Ausdehnung und zwar1 kennt er zwei physiologische 
Factoren der Tiefenwahmehmung : die Verschmelzung der beiden Netzhaut¬ 
bilder und die Femqualitäten des Lichtes. Er stellt den Satz auf: „Die 
Vereinigung der beiden Netzhautbilder und die Wahrnehmung scheinbar 
verschiedener Tiefen im Sammelbilde erfolgt durch einen nervösen Zwang.“ 
Um aber auch di© monocular© Tiefenwahmehmung zu erklären, zieht er 
die „Fernqualitäten“ des Lichtes hinzu. Durch die kugelförmige Aus¬ 
breitung, die Abschwächung und Zerstreuung, durch die Reflexion in der 
Luft sind die von. verschiedenen Entfernungen herkommenden Lichter
        

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