Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
H. Stark: Ein Beitrag zur Lehre von der Farbenblindheit. Inaug.-Dissertation, Freiburg 1897
Person:
Nagel, W. A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30465/1/
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Literaturbericht, 
ferner zu dem auffallenden Ergebnifs, dafis die RöNTOEx-Strahlen Licht¬ 
empfindungen hervorzurufen im Stande sind. Dafs diese Wahrnehmung 
nicht schon früher gemacht wurde, liegt nach Ansicht der Verf. an der 
Beschaffenheit der Apparate. Während in der Regel mit einem etwa 3 cm 
Schlagiveite entsprechenden Vacuum gearbeitet wurde, betrug die Schlag¬ 
weite der von ihnen benutzten Röhre 5,5—8 cm. 
Cowl konnte diese Versuche nicht bestätigen. Ein Theil der in natur* 
wissenschaftlichen Beobachtungen geübten Entersucher konnte nur sub¬ 
jective Lichterscheinungen wahrnehmen. Bei einem anderen Theile traten 
aber unzweideutige Lichterscheinungen auf, dieselben bestanden in einem 
intermittirenden Aufleuchten, dessen Uebereinstimmung mit den Oeffnungs- 
inductionsschlägen festgestellt wurde. Abelsdorff (Berlin). 
W. Krause. Die Farbenemplndnng des Amphioxus. Zoologischer Anzeiger. 
Nr. 548, S. 513 - 515. 1897. 
Schon vor längerer Zeit (Intern. Monatsschr. f. Anatomie. 1888 Bd. V, 
S. 132) hat der Verf. darauf aufmerksam gemacht, dafs beim Amphiorus 
(Branchiostomum lanceolatum) dasselbe Pigment, welches im Augenfleck 
vorhanden ist, sich längs des Rückenmarkes mehr oder weniger weit 
distalwärts erstreckt. Wegen seines chemischen Verhaltens hat er damals 
dieses Pigment in Analogie zum Sehpurpur, Sehblau genannt und dem 
Amphioxus Lichtempfindung mittels seines ganzen Rückenmarks EUge¬ 
schrieben. Diese Ansicht findet der Verf. nun bei neueren Versuchen be¬ 
stätigt, indem das ruhig liegende Thier einen plötzlichen Satz macht, sobald 
mittels einer Convexlinse Sonnenlicht auf die distale Hälfte des Rücken¬ 
marks concentrirt. Wärmewirkungen können, wie der Verf. glaubt, nicht 
dabei betheiligt sein, weil auch Lichtstrahlen, die eine dickere Wasser¬ 
schicht (3—4 cm) passirt haben, dieselbe Reaction auslösen. Wirkung des 
Lichtes auf die Hautnerven kann auch nicht die Ursache sein, weil z. B. 
bei Belichtung der Schwanzspitze, die kein Pigment und keine Ganglien¬ 
zellen des Rückenmarks, wohl aber sehr viele Hautnerven enthält, keine 
derartige Reaction auf tritt. 
Ferner wurden noch Versuche darüber angestellt, ob der Amphioxus 
etwa Vorliebe für Licht irgend welcher bestimmter Farbe besitzt und 
dem zu Folge Wasserbehälter, die mit einem solchen Lichte durchleuchtet 
sind, anderen vorzieht. Es zeigte sich davon keine Spur. 
Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch die persönliche Bemerkung 
machen, dafs die von dem Verf. benutzte Uebereinanderschichtung von 
gefärbten Lösungen zur Erzeugung von annähernd monochromatischen 
Lichtern zuerst von H. Landolt angewandt ist, nicht von mir, wie der 
Verfasser zu glauben scheint. Abthub König. 
H. Stark. Ein Beitrag inr Lehre tob der Farbenblindheit. Inaug.-Dissertation, 
Freiburg 1897. 
Verf., ein Dichromat vom Typus der Deuteranopen (Grünblinden) hat 
unter v. Kries Leitung sein Farbensystem mittels des HEucHOLTz’schen 
Farbenmischapparates untersucht. Zunächst wurden bei helladaptirtem 
Auge Gleichungen mit hoher Lichtintensität hergestellt zwischen Mischungen
        

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