Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
M. L. Patrizi: Primi esperimenti intorno all'influenza della musica sulla circolazione del sangue nel cervello umano. Rivista musicale ital. III (2). 1896. Auszug: Arch. di Psichiatria, Scienze Penali ed Antropol. XVII (4), 1896. Auch Sep.-Abdr. 17 S.
Person:
Mentz, P.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30454/1/
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M. L. Patbizi. Primi eiperimeiti iitorno all’ Muerai della mixica rüIt 
clrcohxlone del saigae nel eervello tmtno. Bivista musicale ital. m (îi 
1896. Auszug: Arch, di Pslchiatna, Scienzc Penali cd Antropol. XVII (4>, 
1896. Auch Sep.-Abdr. 17 S. 
An einem dreizehnjährigen, musikalisch zufällig ungebildeten Savo- 
yardenknaben wurden durch Anwendung des Luft- und des WasBerplethys* 
mographen für das in Folge von Unfall blofs liegende, in Zuheilung be* 
griöene Gehirn und für den Vorderarm Folgendes gefunden: Bei jedem 
Klangreiz, sei es isolirt oder als Melodie, findet ein Blutzuflufs zum Gehirn 
statt, der nach Verf. keine Folge Yon Athemänderung ist. Variinmg der 
'Intensität und der Tonhöhe haben zu- bezw. abnehmende, fast proportionale 
Aenderungen zur Folge. Fälle geringer oder gar keiner Aenderung der 
Volumeurve des Vorderarms konnten fast immer unmittelbarer Abstumpfung 
zugeschrieben werden, ohne dafs sich jedoch das Gehimvolumen dabei 
verminderte. Ob die Volumveränderungen des Gehirns active physio¬ 
logische Wirkungen oder mehr mittelbar sind, konnte nicht eindeutig 
entschieden werden. Im Ganzen werden folgende Combinationen von 
Gehirnvolumen und Armvolumen beobachtet: 1. Beide Volumencurven 
erheben sich proportional. 2. Sie verhalten sich reciprok. 3. Die erstere 
ändert sich, jedoch nicht die zweite. Dieses gilt ebenso für isolirte Beixe 
wie für Melodieen. Der Unterschied zwischen freudigen und traurigen 
Melodieen erscheint im Verhältnis beider Curven und in diesen] einzeln 
nicht constant. Ob man hierfür die Schwierigkeit der Analyse des physio¬ 
logischen Zusammenhanges im ganzen System, etwa den Einflufs des sehr 
schwer zu controllirenden Abdominalsystems, wie Verf. selbst anführt, 
allein verantwortlich machen kann, oder die Verschiedenheiten der psycho¬ 
logischen Variation, welche hier gerade als bei einem Unmusikalischen 
und in psychologischen Unterscheidungen nicht Geübten von beträchtlichem 
Einflüsse sein mufs, oder schliefslich complexere Verhältnisse hinsichtlich 
dieser Affecte vorliegen, mufs hier dahingestellt bleiben. Wahrscheinlich 
wirkten mehrere dieser Einflüsse zusammen. Was insbesondere die Zu¬ 
nahme bei steigender Tonhöhe .betrifft, so wurde nicht der Versuch ge¬ 
macht, mehr unmittelbare Ruhewirkung, Steigerung der Affectwirkung 
und noch entferntere reproductive Wirkungen experimentell oder nzch 
den Aussagen zu trennen, wie denn überhaupt Aussagen nur in be¬ 
schränktem Maafse herangezogen zu sein scheinen. Die Steigerung der 
Affectwirküng mit zunehmender Tonhöhe ist übrigens bereits vonREauyx 
im Allgemeinen behauptet worden, und wurde auch in den Versuchen von 
Doglkl gefunden, was auch dessen Versuchsumständen entspricht Auch 
aus der hier vorliegenden Untersuchung mit physiologisch ßehr günstigen 
* ^ 
Umständen erhellt wiederum die nicht zu unterschätzende Complicirtheit 
schon allein der physiologischen Verhältnisse bezüglich des physiologischen 
•Zusammenhanges des Gefäfssvstems. P. Mestz (Leipzig».
        

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