Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
V. Henri: Nouvelles recherches sur la localisation des sensations tactiles. - L'expérience d'Aristote. L'Année psychologique 3, S. 225-231. - Rev. philos. 43, 333-336. 1897
Person:
Meyer, Max
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit30431/1/
Literaturberich t. 
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des ersteren mit den durch pulsirende Schläuche hervorgebrachten inter- 
mittirenden Druckempfindungen nur als wahrscheinlich bezeichnet. 
Theodor Heller (Wien). 
Leon M. Solomons. Discrimination in Ontaneons Sensations. Psychol Rev. TV, 
3, S. 246-250. 1897. 
Die Fähigkeit, Berührungen eines Punktes der Haut von denen zweier 
Punkte zu unterscheiden, ist bekanntlich ziemlicher Uebung zugänglich. 
Der Verfasser sucht nun zunächst festzustellen, ob diese Uebung Sache der 
Empfindung oder des Urtheils ist, ob sie, um bei seiner Ausdrucksweise 
zu bleiben, eine Uebung ist wie die des Muskels, der durch seinen Ge¬ 
brauch stärker wird, oder eine lediglich geistige (mental) Function des Er¬ 
lemens, eine Bildung von neuen Associationen, etwa wie die des Lesen- 
leroens. Die Frage wird in letzterem Sinne entschieden, und zwar auf 
Grund von Versuchen, die erkennen liefsen, dafs diese Uebung nur dann 
eintritt, wenn der Versuchsperson bei jedem Urtheile, das sie abgiebt, mit- 
getheilt wird, ob es richtig oder falsch war. — Weiter untersuchte der 
Verfasser die Frage, welche Eigenthümlichkeit der durch zwei Berührungs¬ 
punkte hervorgerufenen Empfindung es verursacht, dafs sie als solche erkannt 
wird. Einfache Versuche ergaben, dafs es dabei weder auf die etwa gröfsere 
Ausdehnung der Berührungsfläche, noch auf schärfere Localisation, noch auf 
die Empfindung der Distanz ankomme ; desgleichen wurde erkannt, dafs die 
fraglichen Urtheile suggestiver Beeinflussung sehr zugänglich sind. Der 
Verfasser schliefst daraus, dafs der ganze Vorgang nichts Anderes ist, als 
eine Association. „Wir lernen, dafs eine bestimmte Art von Empfindung 
zwei Punkte bedeutet, gerade wie wir lernen, dafs ein bestimmtes Zeichen 
den Buchstaben H bedeutet.“ Die Probe auf dieses Ergebnifs findet er 
darin, dafs es ihm durch eine bestimmte Versuchsanordnung gelungen ist, 
die Versuchsperson dazu zu bringen, dafs sie die Berührung von einem 
Punkte für eine zweier Punkte, und umgekehrt, beurtheilté. — Dafs es 
eich auch mit anderen haptischen Raumauffassungen, z. B. von Lagen, 
Flächen, ähnlich verhalte, will er in einer späteren Arbeit zeigen. 
Witasek (Graz). 
V. Henri. nouvelles recherches sur la localisation des sensations tactiles. — 
L’expérience d'Aristote. L'Année psychologique 3, S. 225—231. — Rev. philos. 
43, 333—336. 1897. 
H. untersuchte, von welchem Einflufs auf die Localisation von Be¬ 
rührungsempfindungen an den Fingern es ist, wenn die beiden der Be¬ 
rührung ausgesetzten Finger (Mittel- und Zeige- oder Mittel- und Ring¬ 
finger) in normaler oder gekreuzter Lage sich befinden. Wie es ent¬ 
sprechend der bekannten Empfindungstäuschung des Aristoteles zu er¬ 
warten war, fand H., dafs die Entfernung der beiden Punkte (je eines an 
jedem Finger) und die Richtung ihrer Verbindungslinie in gekreuzter 
Fingerlage fast genau so beurtheilt wurden, als ob die Finger sich in 
paralleler Lage befänden. Dasselbe Ergebnifs wie bei Sehenden stellte 
sich auch bei zwei Blinden heraus. Wenn die Versuchsperson die be¬ 
rührte Stelle auf einem Abbilde der gekreuzten Finger zeigen soll, so
        

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